L ESBENLAUB

Das stand neulichauf meiner Hand. Jetzt suche ich einen Hennastift, um mir ein temporäres Tatoo mit diesem Wort auf den Arm zu malen.

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Queers sind immer da!

Kumbia Queers machen es vor: Auch im Dunkeln sind queere Menschen da. also, kein Grund sich zu verstecken, nirgendwo. Zeig dich und halt Ausschau nach den Anderen.

Und irgendwo gibt es auch eine Insel auf der Sappho, Chicas, Lesben und Queers anzutreffen sind.

Alle Lieder sind von Kumbia Queers.

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Slutwalk-geniale Sprüche

Ich zerbrösle mir den Kopf über mein Outfit zum örtlichen Slutwalk. Was soll ich anziehen? Was soll ich auf mein Plakat schreiben?

Ein Brainstorming… Slogans:

L-Word? = Nein für XY!

Frag mich, ob ich geküsst werden will, wenn du mich küssen willst. Mein Lächeln ist kein Ja, nur mein Wort ist ein Ja.

Einvernehmlichkeit ist die einzige Wahrheit für guten Sex!

Männerhände weg von meinem Körper!

Sprüche:
Männer machen mir Angst – sie sexualisieren mich. Lesben machen mir angst – sie ignorieren mich. Deshalb nenne ich mich queere Fam.

Kreuzworträtsel
Q
m Utig
s Elbstbestimmt
l Esbisch, oder so
Riots, wenn du mich begrapschst

Selbstbestimmt
Chick
EINVERNEHM-L-ICHKEIT
Lieb
Aengstlich
Mein Körper gehört mir
PTBS
Erlösung? In Safe Spaces

Oder doch nur Schlagwörter? Ganz viele?
feminist
queerist
lesbian
free
traumatized
afraid
pro-consensual

Gesamtkunstwerk: „queere Lesbe“ auf der Stirn, Kleidung auf die ich gerade Lust habe und dieser Spruch auf dem Plakat:
„Eine Lesbe ist für Männer das platonischste Wesen der Welt. Auch für Frauen. Es sei denn, sie entscheidet sich erotisch zu sein. Lesben sind nämlich genauso wie alle anderen Menschen auch.

Ich glaube, an dem Tag bin ich ein politisches Gesamtkunstwerk, egal, was ich anziehe. Ich werde versuchen alle Wut über Gewalt die mir angetan wurde aus mir herauszutanzen und einen Menschen der_die_das mir gerade wichtig ist mitzunehmen und vor Ort zu küssen. Falls sie_er_es das möchte. Das muss ich noch fragen.

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Gewalt in queeren Orten?

Gibt es Gewalt in queeren Räumen? Was ist queer? Heißt queer, dass es keine Gewalt gibt?

Machtasymetrien bedingen Gewalt. In queeren Orten treffen Menschen aufeinander, die unterschiedlich viel Macht über sich selbst haben. Daher kann es auch in queeren Räumen zu Gewalt kommen. Schau nicht weg! Schreite ein! Wenn jemand „Angst“ sagt, hör hin und frag, was die Person braucht, damit die Situation für alle Beteiligten besser werden kann.
Wenn jemand „Hilfe“ sagt, frag, was für Hilfe die Person braucht. Versuch, genau das zu erfüllen, was die Person signalisiert.
Schau nicht in die augen, wenn weggeschaut wird. Rede nicht auf die Person ein, wenn sie schweigt und auf angesprochen-werden zusammenzuckt. Versuch, Personen fernzuhalten, die Gefahr für die Person die Hilfe braucht darstellen. Wenn jemand Angst vor dir selbst hat, geh weg.
Wir alle können gewalttätig sein. Dass du nie Aufseher_in im KZ warst ist vielleicht ein Geschenk der Geschichte an dich, weil du nie in dieser Zeit gelebt hast. Genauso wie es ein Geschenk an mich ist, dass ich auf keiner Seite im KZ war. Weder als Nazi noch als Mensch mit lila oder rosa Dreieck auf der Brust. Ich hätte so tun können, als wäre ich straight. Ich hätte so tun können, als könnte ich hassen.

Wenn du dich nicht an die Definitionsmacht hältst, wenn du Grenzen verletzt dann stehst du auf der gleichen stufe wie alle Menschen, die jemals gewalttätig waren: Du bist gewalttätig. Definitionsmacht ist das A und O um nicht gewalttätig zu sein.

Du weißt nicht, was Definitionsmacht ist?
Schau hier:

  • www.wirliebenkonsens.wordpress.com/links/
    Du weißt nicht, was ich unter Gewalt verstehe?
    Schau hier: thouchtsunderconstruction

  • https://thoughtsunderconstruction.wordpress.com/2010/11/19/meine-definition-der-begriffe-macht-und-gewalt/
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    Ungefickte Physik

    Ich zitiere aus dem Blog wirliebenkonsens.wordpress.com eine_n Leser_innenkommentar: „Ich denke bei den meisten Asexuellen ist es ein biologischer Zustand, keine bewußte entscheidung.
    Asexualität ist ja etwas anderes als Enthaltsamkeit – wobei ich die auch nicht verstehe. Sex an sich ist ja etwas schönes. Warum man darauf verzichten sollte ist mir schleierhaft.“

    Ich muss dazu mal was privates erwähnen: Ich brauche keine Physik zum ficken. Ich brauche keine Dildos. Ich brauche keine Mösen. Ich brauche schon gar keine Biopenisse. Ich kann ficken ohne dass da etwas physisches existiert. Ich muss nur wissen, dass die andere Person mich so will wie ich bin. Und ja, ich kann davon kommen!

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    femme*geniale CSD-Sprüche

    Nur noch drei Mal schlafen, dann ist CSD. Ich freu mich schon sehr, denn ich betrachte den diesjährigen CSD als meinen ganz persönlichen Femme- und Queerpride.
    Damit ich nicht zu übersehen, laut und auf Anhieb in meiner Aussage zu verstehen sein werde, bastle ich herum… und zwar an Flügeln. Sie werden rosa sein und aus Pappe. Und ich werde einen Spruch darauf pinseln, der Femmepride und Kritik an der Ignoranz gegenüber queeren Feminitäten zugleich ist. Im Moment stehen verschiedene Sprüche zur Diskussion, im Verlaufe des Abends (oder der Nacht…) werde ich mich wohl entscheiden.

    If you try to erase us, we’ll revive stonewall riots.

    – queer  femmes for all queers

    Du hältst mich für hetero? Kauf dir ne Lesebrille!

    We’re Femmes. We used our stilletos as weapons at stonewall

    Ich bin bewaffnet. (Dafür würden meine Mörder-High-Heels an meinem Gürtel baumeln.)

    Femmes exist. Even if you’re blind.

     

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    Der Papst kommt! Wollen wir das?

    Nein, wir wollen den Papst nicht zu Besuch haben. Der Papst hat sich aber selber eingeladen und wir können das Unheil nicht mehr abwenden. Deshalb nehmen wir es halt als Möglichkeit, ihm mal die Meinung zu geigen.

    Du möchtest unterschreiben, dass der Papst endlich nicht mehr so homophoben Quatsch quatschen, Frauen ernst nehmen und Familienplanung fördern soll?
    Das geht hier: Der Papst kommt

    Außerdem kannst du auch gegen den Papst demonstrieren, nämlich am 22. September in Berlin. Ich werde zur Demonstration gehen und dort demonstrativ knutschen. Damit will ich der Welt zeigen, dass Queere sich nicht von so nem ollen Patriarchen ins Bockshorn jagen lassen.
    Und wie wirst du gegen den Papst demonstrieren?

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    „SCHLAMPE!“

    XYZ, ich schreibe das für dich! TRIGGERWARNUNG: Vorsicht, dieses Posting enthält sexuell explizites Vokabular

    Schlampe, dein Rock ist zu kurz. — Schlampe, du hattest Sex mit einem, mit dem du keine Beziehung führst.  — Schlampe, du hattest Sex. — Schlampe, deine Brüste wabbeln hin und her, wenn du dich so bewegst. — Schlampe, du hast an Sex gedacht.  — Schlampe! — Schlampe, du hast masturbiert. — Schlampe, du hast einen tiefen Ausschnitt an. — SCHLAMPE!

    Wie oft wurde ich schon als Schlampe bezeichnet? Als Bitch, als Fotze, als „Mädchen, dass es nicht besser verdient“? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, ich wurde immer dann als Schlampe beschimpft, wenn ich (unter anderem sexuell) selbstbestimmt gehandelt habe. Also ist Schlampe ein Synonym für „selbstbestimmt handelnde Frau – auch in Bezug auf sexuelles Handeln“. Du hältst mich für eine Schlampe? Oh, Danke für das Kompliment! Ich bin eine Schlampe! Ich ziehe gern an, was ich will. Ich ficke gern, wen ich will. Ich mache gerne neue sexuelle Erfahrungen. Ich bewege mich gern, wie ich will. Ich bin eine selbstbestimmte Frau/Femme und ich bin verdammt stolz darauf. Dass du mich beleidigst, wenn ich es tue, wenn ich ficke wen ich will, bestärkt mich nur darin, weiterhin zu tun was ich will. Und stolz auf mich selbst zu sein. Denn ich bin stärker als die, die mich davon abhalten wollen zu sein, wer ich bin.

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    XX und XY // geschlechtersensible Sprache

    Es gibt da ja so eine ganze Menge verschiedener Geschlechter. Ich kenne zum Beispiel Butches, Trans*männer, Femmes, Männer, Frauen, Tomboys und noch ganz viele andere, die nicht wissen, wie sie sich nennen sollen.

    Ein paar von den Frauen die ich kenne sehen so aus, als hätten sie zwei X Chromosomen. Und ein paar von den Männern die ich kenne sehen für mich so aus, als hätten sie ein X und ein Y Chromosom. Aber ansonsten wurde da ganz lustig bunt gewürfelt, wer welche Chromosomen hat.

    Trotzdem wurde ja ein ganz komischer Sprachgebrauch entwickelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch geht das im Moment, wie euch bestimmt schon aufgefallen ist, so: Menschen mit zwei X-Chromosomen = Frauen. Menschen mit einem X- und einem Y-Chromosom = Männer. Das finde ich restriktiv und daher nervig. Deshalb rede ich von Menschen mit XX- oder XY-Chromosomen, wenn ich sie meine. Ich verwende „Männer“ oder „Frauen“ nicht synonym dazu. Das ist halt was anderes.

    Für mich ist das eine Möglichkeit, sexistischen Denkweisen zu entgehen.

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    girlfags, they’re so genderfucking queer!

    *klonk* Ich stolperte soeben über eine Seite, die mich begeisterte. Es ging um schwule Mädchen bzw. Frauen. Und es wurden beim Lesen mal wieder intellektuelle Herausforderungen an mein heterosexistisch arbeitendes Hirn gestellt, dass es die reinste Freude war. Vielerorts verwendete Normen lösen sich auf dieser Seite einfach in Luft auf. Schwul sein hat jedenfalls nicht viel damit zu tun, ein Mann zu sein. Schwul sein können alle Gender. Das können wir uns mal fett hinter die Ohren schreiben.

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    Händchen halten gegen Homophobie

    Was ich mir wünschte, was Menschen tun würden wenn homophobe Sprüche kommen. Nicht diskutieren, ob das jetzt homophob war. Nicht diskutieren, ob die Betroffenen darüber hinwegsehen sollten. Einfach überhaupt nicht diskutieren.
    Nein, einfach aufstehen und ein liebevolles Zeichen gegen Homophobie setzen.

    Dieses Video stammt von BeLong To, einer irischen Organisation, die sich für die Rechte von LSBT* einsetzt.

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    Wer schön sein will muss lachen.

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    Lieblingsbuch des Tages: „Gedanken lesen“

    Tschuldigung, aber der Titel ist Schrott. Das tut mir sowohl für den Autor als auch für euch Leid. Ich habe das Buch bisher immer nur aufgeschlagen, um zu überlegen, ob ich es weggeben soll oder nicht. Unter anderem, weil der Titel doof ist. Heute habe ich mal mein Bücherregal aufgeräumt und habe es dabei aufgeschlagen. An einer interessanten Stelle. Mit lesen habe ich aufgehört, weil ich euch von dem Buch erzählen wollte.

    Was ist daran toll? Es ist leicht zu lesen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden anhand von Beispielen in den Text gebettet. Außerdem spricht es über Trauma und andere menschliche Schwierigkeiten in einem dermaßen undramatischen Ton, dass es für Menschen wie mich die wahre Freude ist. Schließlich sind Traumafolgen für mich Alltag, und sie zusätzlich zu dramatisieren nervt mich bloß.
    Um was geht es denn eigentlich? Das habe ich auch noch nicht so ganz herausgefunden. Im Großen und ganzen interessiert sich der Autor dafür, wie psychische Probleme tatsächlich geheilt werden können. Er schreibt ständig über gesunde und ungesunde Bindungsformen, Trauma, Empathie und Menschen die mit ihren Problemen fertig geworden sind.
    Mein Lieblingssatz:„Die Diagnose PTBS wurde erfunden, um die Leiden des Vietnamveteranen zu erklären; doch damit schob man das Element des Krankhaften dem Veteranen zu und nicht der Kultur, die ihn in einen sinnlosen und nicht zu gewinnenden Krieg geschickt hatte.“
    Titel und Autor? Gedanken lesen Erkennen, was andere denken und fühlen, Michael Moskowitz
    Ich muss zum Titel noch anmerken, dass dieses vermeintliche „Gedanken lesen“ vermutlich Empathie auf reißerische Art beschreiben soll.
    ISBN?978-3-492-25350-5

    Ich lese jetzt weiter.

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    more lovely femmeness

    This is a very sexy femme shark manifesto. I love it. My favourite sentence is „We used our stilletos as weapons at stonewall.“

    I also love the idea to publish a german and english spoken zine about femininity in queer contexts. You can participate, deadline is 23rd may. It’s been initiated by Berlin Femme Mafia.

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    Elter // geschlechtersensible Sprache

    *grübel, grübel* Ja, grübeln, das tu ich oft und manchmal auch gern. Ein Grübel-Thema ist bei mir immer wieder „Wie kann ich dieses oder jenes so ausdrücken, dass es allen Gendern gerecht wird?“

    Darüber werde ich in Zukunft immer mal wieder bloggen und zum Beispiel Wörter vorstellen, die ich nützlich finde. Ihr könnt in den Kommentaren gerne mit mir die Vorschläge diskutieren und bei Nichtgefallen bessere Vorschläge machen.

     Heute kommt „Elter“.

    Elter, das = Wort, das anzeigt, dass ein Mensch Kinder hat. Mehrzahl: Eltern, die.

    Es ist also der geschlechtsneutrale Begriff für „Mutter“ oder „Vater“. Darauf gekommen bin ich, weil ich ausdrücken wollte, dass ich keine Kinder will. Und das dieses „ich will keine Kinder“ auch nicht bedeutet, dass meine Freundin die Rotzbalge süßen Kleinen austrägt. Wenn ich nämlich „Ich werde nicht Mutter.“ sage, gehen viele davon aus, dass ich für mich biologische Mutterschaft ablehne. Und dann muss ich noch mal sagen: „Nein, ich will auch keine Kinder, wenn meine Freundin sie austrägt.“ Stattdessen könnte ich auch „Ich werde nicht Elter.“ Sagen.

    Das Problem an „Elter“ ist, dass es ähnlich klingt wie „älter“ und es daher leicht zu Verwechslungen kommen kann. Habt ihr also bessere Ideen?

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    Femme? Erkenne dich selbst!

    Das Thema Femme hat mich in letzter Zeit sehr beschäftigt. Bin ich Femme? Was ist das überhaupt? Bedeutet das, dass ich nur (noch) auf Butches stehe? Ist meine Freundin Butch? Was, wenn nicht?
    Ich wünschte mir, wie schon so oft, ein Identitäts-Lesegerät. Schau mir in die Augen Kleines, lies meine Iris und sag mir wer ich bin!
    Oder zumindest einen simplen Bin-ich-Femme? – Test, ein paar Kästchen mit Häkchen versehen und schon ist es um dich geschehen: Die Auflösung sagt dir, ob du es bist.
    Neben dem Teletransporter, den ich dringend gebrauchen könnte, existieren weder dieser Test noch das Identitäts-Lesegerät. Also musste ich mal wieder selber durchsteigen, selber Infos zusammenklauben und nächtelang drüber schlafen.
    Sehr hilfreich fand ich dabei die folgenden Quellen, welche sich nicht alle ausschließlich mit dem Thema Femme auseinandersetzen sondern auch Butches und die Beziehung von Butch und Femme einschließen:

    Butch Femme eine erotische Kultur (herausgegeben von Stephanie Kuhnen)
    Dieses Buch enthält verschiedene Aufsätze die Femme-Sein und Butch-Sein theoretisch wie aus persönlichen Erfahrungen heraus beschreibt. Lies einfach das, was dich interessiert! Für mich war dieses Buch an manchen Tagen meine Bibel. Ich habe es wieder und wieder gelesen.

    Träume in den erwachenden Morgen (Roman von Leslie Feinberg)
    Insofern für Einsteiger in queere Zusammenhänge geeignet, dass in dem Roman keine theoretischen Diskussionen über Gender aufgemacht werden sondern einfach nur das Leben einer Butch wiedergegeben wird. Auch wenn bei mir die Frage „Bin ich Femme?“ zu beantworten war hat es mir geholfen, es zu lesen. Viele Femmes sind in ihrem Begehren nämlich auf Butches fixiert und es wird teilweise recht detailliert beschrieben wie der Umgang von Butches und Femmes aussehen kann. Für Femmes, die auf Butches stehen, ist es die Lektüre also wirklich wert.
    TRIGGERWARNUNG: Das Buch beinhaltet viele gewalttätige Szenen in denen die Protagonistin oder ihre Freund:inn:e:n physische oder sexualisierte Gewalt erleben. Wenn du eine zart besaitete oder instabile Seele hast rate ich dir von der Lektüre ganz entschieden ab. Wenn du es trotzdem lesen möchtest, dann lies nur die zweite Hälfte.

    Femme! radikal – queer – feminin (herausgegeben von Sabine Fuchs)
    Bisher habe ich nur den Teil gelesen, der online als Leseprobe zu haben ist. Er hat mir sehr zugesagt. Drückt mir die Daumen, dass der Rest genauso toll ist! Ich werde gleich mal schauen, ob meine üblichen Bücherquellen mir helfen können, es zu kriegen.

    http://www.transliebchen.wordpress.com
    Der Blog einer femme-Identifizierten die über ihr Leben als Femme und als Partnerin eines Transmann schreibt. Besonders zu empfehlen ist der Artikel „die Identitäten und ich“ in dem sie den Kreis beschreibt, den ihre Identifikationsprozesse inzwischen schließen.

    http://www.butch-femme.de
    Hier findet sich ein Online-Forum. Zum regen Austausch eignet es sich nicht allzu sehr weil im Moment nicht sehr viele schreiben. Zum Nachlesen bereits dagewesener Diskussionen ist es aber hilfreich zumal manche Teile des Forums auch ohne Anmeldung einzusehen sind.
    Falls ihr andere Bücher, Autor:inn:en, Internetseiten, Blogs oder Zines zum Thema Femme und/oder Butch kennt, dann hinterlasst mir bitte Hinweise darauf als Kommentar!

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    Ein kleiner Akt der Freiheit

    Nachts spazieren gehen. Das ist einer meiner kleinen Akte der Freiheit, mit denen ich mir zeige, dass ich in einer Welt lebe in der Frauen frei sind. Manchmal muss es dann auch dringend der Nachtspaziergang durch den romantisch erleuchteten Park sein. Ich gehe, langsam, und genieße. Genieße die Freude im Herzen, zu wissen: Du bist sicher. Du lebst in einer Welt in der das Handy in Reichweite ist. In der du jederzeit deine Freundin anrufen kannst, wenn du Angst hast. Oder die Polizei, weil die Angst begründet ist. Es gibt rape crises centres. Es gibt Wildwasser. Es gibt Lara. Du lebst in einer Welt, in der Vergewaltigung nicht verschwiegen wird. Du kannst darüber reden, egal ob es passiert oder nicht. Du kannst um Hilfe schreien, wenn du welche brauchst. Und Hilfe bekommen. Ich genieße die frische Luft der Nacht und genieße die Freiheit, die Frauen in der Großstadt lange nicht offen stand: Ein Nachtspaziergang in Sicherheit. Allein. Ohne bestohlen, ermordet oder vergewaltigt zu werden.
    Heute ist wieder einer dieser kleinen Akte der Freiheit. Ich nehme Pullover, Handy, Handtasche und stecke meine Haare vorsichtsheitshalber so zusammen, dass nicht daran gezogen werden kann. Mond, ich komme.
    Heute besuche ich dich – mit den Highheels an den Füßen. Denn heute zeige ich mir zum ersten Mal, dass eine Frau auch als Frau erkennbar nachts spazieren gehen kann. Gehen darf.
    Natürlich habe ich weiche Knie dabei. Aber das verraten wir niemandem, der Mond und ich.

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    Konsequent mit Frauen Tango tanzen

    Die letzten drei Monate hatte ich eine interessante Wette am Laufen, nämlich beim Tango tanzen ausschließlich mit Frauen zu tanzen. Ich habe sie abgeschlossen um zu beweisen wie schwer es ist, beim Tanzen entgegen der Heteronormativität zu leben.
    Heute gibt es hier ein paar Anekdoten aus diesem Zeitraum. In absehbarer Zeit werde ich außerdem auseinandernehmen wie Heteronormativität das Tango tanzen beeinflusst und einschränkt, und ein paar Tipps geben, wo alles Queertango Veranstaltungen zu finden sind. Wenn du ganz dringend auf der Suche nach derartigem bist, sag mir Bescheid! Dann gebe ich dir im vorhinein ein paar Tipps.

    Allen, die nicht Tango tanzen, sei schnell noch verraten, dass eine Milonga eine Party ist, wo Tango getanzt wird. Die ganze Zeit wird Musik aufgelegt zu der getanzt wird, in der Mitte ist die Tanzfläche und ringsherum können die, die gerade nicht tanzen in kuscheligen Sofas versinken oder auf weniger kuscheligen Stühlen sitzen. Meist gibt es auch eine Bar wo mensch Getränke bekommt, wenn nicht sogar leckeres Essen.
    Da ich mich weigere von der „Frauen-“ oder „Männerrolle“ zu schreiben benutze ich die Begriffe „Führende:r“ und „Folgende:r“ um anzuzeigen, wer führt. Das ist in der Tangoszene, in der ich mich bewege, so auch üblich.

    Hier sind die Anekdoten…

    Ich erzähle einer Milongabetreiberin, dass ich wegen einer Wette drei Monate lang nur mit Frauen tanze. Sie schaut mich mit erschreckt aufgerissenen Augen an und sagt: „Aber wieso denn, es gibt doch so viele gute Tänzer!“
    Möglichkeiten zu antworten wären gewesen: „Du kannst sie geschenkt haben“, „Es gibt auch verdammt gute Tänzerinnen.“, „Ich bin lesbisch und tanze nun mal lieber mit Frauen.“
    Ich habe nichts von alledem gesagt. Denn mir ist irgendwie schon klar, was in dem Moment passiert ist: da sie nicht weiß, dass ich lesbisch bin, ist sie davon ausgegangen, dass ich heterosexuell bin. Und demzufolge genauso gerne mit Männern tanze wie sie, mit Männern tanzen nämlich grundsätzlich meinem Bedürfniss entspricht, mit Frauen tanzen dagegen eher außerhalb meines Horizonts liegt, ich also Selbstkasteiung betreibe. Ein Hoch auf die Heteronormativität. Prost!

    Eine SMS von Nicole (die eigentlich nicht Nicole heißt): „Gestern auf der Milonga waren fünf Frauen die führen können!!!“ Wahnsinn. Fünf. Ganze fünf Menschen mit denen ich tanzen wollen würde und könnte, ohne an die Grenzen meiner Fähigkeiten zu stoßen. Ginge ich mit Nicole auf eine Milonga auf der nur fünf Männer wären, die führen könnten, fände sie das nicht gerade witzig. Eher im Gegenteil. Vermutlich würde sie nie wieder auf diese Milonga gehen. Aber ich soll glücklich darüber sein. Ich finde das zynisch. Prost! Auf die Heteronormativität.

    Highlight: Queermilonga. Theoretisch hätte ich mit allen anwesenden Frauen tanzen können. Juchhu… :) <3 Ärgerlicherweise war ich schüchtern und kannte niemanden. Dadurch habe ich kaum aufgefordert und getanzt habe ich nur wenig. Trotzdem fand ich es sehr angenehm. Ich habe mich heimisch und zugehörig gefühlt.

    Ein Tiefpunkt auf einer "normalen", also nicht-queeren Milonga: Ich saß eine halbe Stunde lang mit Tränen in den Augen da. Sah schönen Frauen beim tanzen zu und konnte keine auffordern weil ich für die überfüllte Tanzfläche nicht gut genug führe. Dabei wanderten die Sätze "Ich hasse es, lesbisch zu sein. Wäre ich nicht lesbisch, wäre mein Leben viel unkomplizierter." in der Dauerschleife durch meinen Kopd. Es war furchtbar. Anna hat dann aber irgendwann wieder neben mir gesessen und ich konnte mich von meinen miesen, trüben Gedanken ablenken.

    Anna kann führen! Gut, Anna heißt nicht Anna, aber was solls. Ich nenne ich sie um der Anonymität wegen Anna. Anna ist eine Freundin von mir und lebt und tanzt hetero. Anna hat Zeit ihres Tangolebens immer gefolgt. Durch meine blöde Wette, drei Monate lang nur mit Frauen zu tanzen, wurde sie inspiriert auch mal zu führen. Und konnte es dann plötzlich, aus dem Nichts heraus. Gelernt hat sie es allerdings auf sehr ungewöhnliche Art.
    Nämlich so: Sie tanzte mit einem Anfänger der noch nicht so gut tanzen konnte und langweilte sich dabei. Irgendwann hatte sie keine Lust mehr ihr Talent zu vergeuden und begann zu tanzen, wozu sie Lust hatte und zog ihn dabei hinter sich her. Er hat sich klaglos hinterher ziehen lassen. Das machte sie dann auch mit mir, ich in der Position der "Folgenden". Nachdem sie ein Lied lang geführt hat und dabei so tat, als ob sie folgen würde, beschlossen wir, dass sie jetzt auch mal offiziell führen könne. Sie tat das. Und konnte plötzlich führen. Einfach so. Ohne jemals Unterricht gehabt zu haben. Wahnsinn!!!

    Nach diesem Erlebnis, das Anna ohne jeden Unterricht plötzlich führen kann fand ich heraus, warum ich nach monatelangem Versuch führen zu lernen es immer noch nicht kann. Es ist eine fatale Mischung auf Perfektionismus und Zaghaftigkeit. Statt etwas falsch zu machen, mache ich lieber gar nichts. Meine Tangolehrerin kommentierte das mit "Typisch Frau." Ich kann ihr nur Recht geben. Tatsächlich kämpfe ich da mit einem Konsequenz von weiblicher Sozialisation.

    Und immer wieder aufs Neue der Dialog: "Warum lernst du führen?" "Um mit Frauen zu tanzen." "Hä! Warum willst du denn mit Frauen tanzen?" Ähm, naja, so halt. Mit Frauen tanzen ist schön. Frauen sind schön, sie fühlen sich toll an.
    Was soll ich denn sagen? "Ich bin lesbisch"? Kann ich nicht einfach gerne führen? Oder gerne mit Frauen tanzen? Bloß so? Aus Spaß? Ist das nicht Grund genug? Ein Hoch auf Sexismus und Heteronormativität. Prost! Und noch mal Prost!

    Ich werde von einem (physisch gesehen) Mann aufgefordert und antworte: "Tut mir Leid, aber ich tanze im Moment ausschließlich mit Frauen." Er sagt: "Aber ich bin doch eine Frau!" Ich grinse innerlich, denke mir "Was solls, wenn ich die queer theories bejahe muss ich ihm jetzt auch glauben.", stehe auf und tanze mit ihm. Konsequenterweise rede ich mit ihm danach nur noch als ob er eine Frau ist. Wer weiß, vielleicht ist er ja auch eine Frau?

    Ich bin wieder auf einer Queermilonga. Der Mensch hinter der Kasse erkundigt sich bei mir: "Bist du wegen queer oder wegen alternativ hier?" Ich denke mir "Oh man, wann hört das auf? Wenn ich mir "lesbisch" auf die Stirn tätowieren lasse?" und antworte: "Wegen queer."

    Und doch gibt es immer wieder diese schönen Momente, bei denen ich mit Frauen tanze. Meine Wange hin und wieder ihre Wange streift, ich sie riechen kann und die Berührung unserer Hände und Oberkörper genieße. Das ist schön! Es hat sich gelohnt. Nicht nur, weil ich jetzt noch viel mehr einleuchtende Bespiele dafür habe, wie sehr Heteronormativität Menschen einschränkt, sondern auch, weil ich ohne diese Wette nicht die Tänzerinnen kennengelernt hätte, mit denen ich jetzt tanze. Vielen Dank an mich selbst und meine furchtbare Sturheit, wenn es darum ging, die Wette durchzuziehen. Obwohl ich ein Mal ganz knapp davor war, sie einfach hinzuschmeißen.
    Ab jetzt tanze ich wieder mit allen Geschlechtern und lasse mich durch Heteronormativität nicht mehr einschränken, es sei denn es kommt dadurch, nicht heteronormativ zu tanzen, zum Konflikt mit meinem Gender.

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    Meine Definition des Begriffs Privileg

    Dankeschön, i heart digital life. Ich wurde durch diese Diskussion (in den Kommentaren) zu einer neuen Definition inspiriert.

    Wer sie noch nicht kennt, lese bitte noch mal kurz meine Definitionen von Macht und Gewalt. Danke. Jetzt kann es auch mit der heutigen Definition losgehen.

    Privileg = Das Potential sich gewalttätig zu verhalten ohne dass das für das jeweilige Individuum in den daraus folgenden Konsequenzen eine Veränderung seiner Macht darstellt
    Hierzu könnte man beispielsweise das Beispiel eines Menschen nennen, der anderen Menschen wärend seiner Arbeitszeit in unerwünschter Weise auf Körperteile schaut und dafür in keinster Weise zur Rechenschaft gezogen wird.
    Was haltet ihr von dieser Definition?

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    Tango tanzende Femmes

    Da ich hier lange nicht mehr über Sachen gebloggt habe, die ich sexy finde, gibt es heute dieses Video als Einstimmung in den Beitrag über Queertango, den ich demnächst schreiben werde. Auch wenn das eher Femmetango ist und nicht so sehr queer… genießt den schönen Anblick zweier innerlich und äußerlich schönen Frauen. Film ab!

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    LesBIERin

    Hier nur ein kurzer, alberner Kommentar. Warum wurden wir früher Lesbierin genannt, heute aber Lesbe? Liegt das daran, dass ein lesbisches Leben ohne Bier früher inakzeptabel war, heute aber gesellschaftlich anerkannt?
    Okay, ich glaub‘, jetzt haben alle den Wortwitz kapiert.

    Wen jemand von euch weiß, wie „Lesbierin“ ausgesprochen wird, dann sagt Bescheid. Ich bin unsicher, ob das „ie“ ein langes „i“ ist, oder ob das „e“ mit ausgesprochen wird, so wie in Noël. Lesbiërin klingt meines Erachtens nach ja eleganter.

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    Philosophinnendelikt // meine Definition von „Sexismus“

    Wer nur meine Definition des Begriffs „Sexismus“ wissen möchte, lese die fett markierte Definition und überspringe den Rest.

    Um mich in Sachen verinnerlichter Rassismus weiterzubilden, griff ich zu dem Buch „Am Ende der Weißheit“ (Originaltitel „Hoe zit het nou met wit“) von Lida van den Broek. Das erste Kapitel „Die versunkene Geschichte“ war für mich sehr interessant und aufschlussreich da mehrere Theorien und Thesen aufgezeigt werden, die mir bisher unbekannt waren. Das nächste Kapitel, „Die Theorie der gesellschaftlichen Unterdrückung“, ließ mir jedoch die Haare zu Berge stehen. Die Autorin definiert mehrere Begriffe, unter anderem Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Schon mit den ersten beiden Definitionen war ich nicht einverstanden, habe sie jedoch einfach überlesen und mir meinen Teil dazu gedacht. Mit Rassismus und Antisemitismus fühle ich mich so wenig konfrotiert, dass es für mich nicht besonders schlimm war eine derart undifferenzierte und irreführende Definition zu lesen. Wirklich schrecklich fand ich es dann, die Definition von Sexismus zu lesen.
    Denn Lida van den Broek definiert Sexismus in diesem Buch als „die Unterdrückung von Frauen.“ Kein Witz, da steht allen ernstes „Sexismus ist die Unterdrückung von Frauen.“ AUA! AUA! AUA! Das ist so eindimensional gedacht und verkehrt, dass ich mich nicht in der Lage fühlte, es stehen zu lassen. Also zückte ich als Definitionsmacherin schnell die schärfte Waffe der Welt, den Bleistift.
    Nun steht in der von mir gelesenen Ausgabe: „Sexismus ist die Unterdrückung der Frau. ist, wenn Menschen aufgrund ihres biologischen Geschlechts Eigenschaften zugeschrieben werden. Daraus folgt eine Bewertung des Individuums anhand von Übereinstimmungen und Diskrepanzen der tatsächlichen Persönlichkeit und Lebensweise mit den Eigenschaften die dem biologischen Geschlecht zugeordnet werden. Dies kann zu positiver oder negativer Diskriminierung führen.“
    Sicherlich ist das Durchstreichen und Eintragen von Notizen Sachbeschädigung, aber meines Erachtens nach ist sie dermaßen geringfügig, dass man sie als Kavaliers- oder vielmehr Philosoph:inn:endelikt durchgehen lassen kann.

    Um der Autorin nicht einfach nur die Kritik an ihrer Definition von Sexismus vorzuwerfen muss ich anmerken, dass sie im Anschluss an die Definition eine vorzügliche Analyse und Beschreibung konservativer kapitalistischer Ausbeutung von Frauen liefert. Ich werde die weiteren Definitionen wohl überspringen und mich gleich dem restlichen Teil des Buchs zuwenden. Für die Erkenntnis, dass die alten Griechen gar nicht so besonders originell, fortschrittlich und die Wiege der Zivilisation waren, sondern einfach bei Afrikanern abgekupfert haben, bin ich ihr auf jeden Fall sehr dankbar. Das ist ein bemerkenswert neues Korretiv für meinen Blick auf europäische und afrikanische Kulturen.
    Zum Thema zitieren: Da die Philosophin bisher nicht zur wissenschaftlich korrekten Art zu zitieren gekommen ist, muss die wissenschaftliche Art zu zitieren wohl zur Philosophin kommen. Wer also die Hände überm Kopf zusammengeschlagen hat aufgrund der unpräzisen Art mit der ich zitiere möge mir erklären wie es wissenschaftlich korrekt zugeht.

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    Selbsttest: Wärst du als Lesbe lebensfähig?

    Wenn du einen Flyer mit einer Einladung zu einer Party hast, auf die du unbedingt gehen willst…
    A) verlegst du ihn.
    A) wäscht du ihn aus Versehen zusammen mit der Hose, in deren Hosentasche er steckt.
    B) erzählst du einer Freundin davon und fragst sie, ob sie mitkommt. Wenn sie zusagt, gehst du hin.
    C) Notierst du das sofort in deinem Kalender, telefonierst solange bis du jemanden bequatscht hast mitzukommen und gehst hin.
    A) Du gehst nicht auf Partys, also was soll die dumme Frage?
    D) Du gehst hin und tanzt bis zugemacht wird.
    B) Du gehst hin, stellst fest, dass es da Scheiße ist und gehst wieder nach Hause.

    Wenn dir langweilig ist…
    D) Verabredest du dich im Netz mit Menschen und triffst sie dann auch wirklich.
    B) Hängst du vor der Glotze oder surfst durch soziale Netzwerke.
    A) Lackierst du dir die Nägel, wäschst ab, gräbst grad eben den Garten um, gehst shoppen und liest ein Buch.
    C) Hier gibt es keine Antwort C!

    Es gibt eine Fernsehserie, die du gerne magst und…
    A) wenn sie läuft, arbeitest du gerade.
    B) schaust du sie, wenn dir langweilig ist.
    A) schaust du sie, wenn dir langweilig ist. Dir ist nur nie langweilig.
    C) schaust du sie jede Woche, du bist geradezu süchtig danach.
    D) du schaust sie nicht nur immer wenn sie läuft, du gründest einen Fanclub!!

    Zum Konfirmationsunterricht bist du früher…
    D) immer schon zu früh da gewesen. Jede Woche!
    A) Hast du geschwänzt.
    A) Was ist Konfirmationsunterricht?
    B) hast du versucht zu schwänzen. Aber dann hattest du ein schlechtes Gewissen und warst meistens da.
    C) Deine Eltern haben dich hingeprügelt.

    Wenn du Single bist…
    D) stellen dir deine Freunde wen vor. Egal, ob du das dumm findest oder nicht. Sie machen es einfach. Zuverlässig mindestens ein Mal im Monat.
    B) stellen dir deine Freunde wen vor. Aber nur ein Mal, denn hinterher reklamierst du die Person.
    A) bist du glücklich. Du bist Single aus Überzeugung!
    A) würden dir deine Freunde wen vorstellen. Machen sie aber nicht, weil sie es immer verpeilen.
    C) Teilst du allen mit, dass sie dir mal wen vorstellen sollen.
    A) gehst du nur zum arbeiten aus dem Haus und verbringst den Rest der Zeit heulend vorm Fernseher.

    Auflösung:
    Meistens A) Solltest du lesbisch sein, dann wirst du als Jungfrau sterben. Es sei denn, deine Traumfrau ist deine Postbotin (sie ist zufällig lesbisch) und nervt ständig wegen falsch frankierten Briefen die sie dir persönlich zustellen muss um fehlendes Porto zu kassieren. Das notwendige Orgatalent in Sachen soziale Beziehungen hast du einfach nicht um auf anderem Wege eine Freundin kennen zu lernen.

    Meistens B) Du stirbst nicht als Jungfrau. Aber vermutlich verliebst du dich in sechs von 6,5 Fällen in Heten. Aber mindestens alle fünf Jahre knutschst du immerhin. Yay!

    Meistens C) Du könntest lesbisch sein ohne in Depressionen zu enden. Dein Organisationstalent ist klasse! Du kriegst des hin ständig auf den richtigen Partys zu sein, l-word zu schauen, zum Junge-Lesben-Treffen zu gehen, du bist pünktlich zum HoMo-Camping angemeldet, wo es Queertango in deiner Stadt gibt weißt du sowieso und dein Gaydar tickt aus, wenn zwei Straßen weiter eine Lesbe langläuft.

    Außer D) und C) trifft nichts auf dich zu? Werde lesbisch und du wirst zur Szenegängerin. Vermutlich würdest du dich, mit ein bisschen Libido, durch sämtliche Lesbenbetten der Stadt vögeln. Danach solltest du umziehen. Bei deinem Organisationstalent ist das aber kein Problem. Sollte es in deiner Stadt keine Lesbenkneipe gehen, dann gründest du eine. Und dort organisierst und moderierst du dann alles: Golden Fifties Treffen, JuLe-Abend, Lesbenkino, politische Lesben gegen Atomkraft und Patriarchat, CSD, Seidenmalerei für Lesben, Outing-Gruppe, Krüppel-Lesben-Treffen und so weiter.

    Was ich eigentlich sagen will ist, dass Lesben und Schwule ein enormes Organisationstalent brauchen, um lesbisch oder schwul zu leben. Das ist etwas anderes, als lesbisch oder schwul zu sein. Lesbische und schwule Lebensweisen müssen aktiv umgesetzt werden. Heterosexuell leben muss nicht aktiv passieren, da heterosexuelle Lebensweise dem Standard entspricht. Da lesbische/schwule Lebensweise vor allem mit Lesben/Schwulen passiert bzw. überhaupt passieren kann, müssen dafür meist bestimmte Veranstaltungen oder Orte aufgesucht werden bei denen Lesben/Schwule angetroffen werden können. Im Alltag passiert lesbische/schwule Lebensweise deshalb nicht bis kaum, es sei denn sie wurde sorgfältig integriert. Wie wichtig es für die Lesbe oder den Schwulen ist, sich dementsprechend zu organisieren wird oftmals unterschätzt.

    Schöne Grüße an die JuLe Mädels und Jungs: nachdem ich mehrmals keine Zeit für JuLe hatte, hab ich neulich geträumt ich würde stundenlang herumirren und den JuLe-Treff suchen!

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    Awareness Tricks gegen Gewalt Teil 2 oder: do it yourself safe space

    Es gibt da ein paar Leute, die haben kräftig gewaltig Scheiße gebaut. Sie machen mir Angst, ich will nichts mit ihnen zu tun haben und wenn ich sie sehe werde ich panisch.

    Neulich saß ich bei einem Brunch und dachte eine dieser Personen am Buffet gesehen zu haben. Natürlich bekam ich sofort Angst und wollte einfach nur weg, sollte die Person es wirklich sein. Ich wusste aber, dass ich nicht an der Person vorbeikommen würde ohne erkannt zu werden. Da diese Person nach wie vor erfolgreich verdrägt, was sie für Scheiße gebaut hat, würde sie auf mich zugehen und nett mit mir Smalltalk machen wollen. Um Himmels Willen, worst case ever! Panisch schaute ich mich nach einer Möglichkeit um, schnell und unauffällig zu verschwinden. Es gab keine. Und dann fiel mir der Anti-Gewalt und Safe-Space-Trick von neulich ein. Wenn jemand anders die Person mit dummen Fragen und Smalltalk aufhalten würde, wärend ich verschwände, wäre ich sicher.

    Ich wandte mich an meine Tischnachbarin und es entspannte sich der folgende Dialog: „Kann sein, dass da im Vorraum eine Person ist mit der ich ein Problem habe. Ich bin mir nicht sicher, weil ich ihn bisher nicht richtig gesehen habe, von hinten sieht die Person aber exakt so aus. Falls hier gleich jemand reinkommt, mich erkennt und auf mich zukommt, könntest du ihn dann mit dummen Fragen ablenken und aufhalten, bis ich hier raus bin?“ „Klar, wie sieht er denn aus?“ Ich, wärend ich weiter angestrengt zum Buffet starre und mein Puls rast: „So und so.“* „Aha. Ja, kann ich machen.“ Sie kriegt mit, dass ich echt panisch bin. „Ist alles okay? Brauchst du irgendwie Hilfe?“ „Solange ich hier rauskomme und er mir nicht nachläuft ist alles okay.“ „Alles klar.“

    Die Person am Buffet dreht sich endlich um, ich stelle fest dass er es nicht ist und beruhige mich wieder ein bisschen. „Oh, Entwarnung. Er ist es nicht. Alles in Ordnung.“ Mein Puls beruhigt sich langsam, ich atme tief ein und aus, damit das Adrenalin gut abgebaut wird.

    Ich bin dann trotzdem recht schnell gegangen, denn die Situation hat mich trotz der spontanen Unterstützung überfordert. Im nachhinein bin ich trotzdem sehr zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Es zeigt, dass mensch auch in Situationen in denen es nicht explizite awareness gibt Hilfe bekommen kann besonders wenn mensch deutlich ausdrückt, wie geholfen werden kann. Super Sache, ich fühle mich jetzt viel sicherer.

    Lasst euch nicht allein! Sucht euch Hilfe, es ist möglich spontan einen safe space zu haben.

    *Natürlich beschreibe ich hier nicht das exakte Aussehen der Person, da eventuell Menschen die uns beide persönlich kennen das hier lesen.

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    Liebesbeziehungs-Check

    Wenn das hier so weiter geht, dann muss ich den Blog wohl mal von sexy thoughts under construction in Definitionsmacherin umbenennen. Ich haue euch nämlich mal wieder eine schicke Definition um die Ohren. Die ist allerdings nicht so neu wie die Definition von lesbisch, also kommt sie nicht kursiv, fett und glitzernd; sondern ganz unspektakulär:

    Liebesbeziehung = Zwei Menschen genießen gemeinsam ihre gegenseitige Liebe.

    Was haltet ihr davon? Mir fiel gerade auf, dass man auch „zwei erwachsene Menschen“ schreiben könnte, damit eklige Pädos die Definition nicht missbrauchen. Und dann wären da ja noch die Polyamoris, muss man für die das „zwei“ ganz streichen? Ich sage: Nein, muss man nicht, denn auch ein weitläufiges Beziehungsgeflecht besteht aus vielen einzelnen Beziehungen.  Zudem haben sicherlich auch alle Menschen ganz verschiedene Vorstellungen von „genießen“ oder „Liebe“. Theoretisch müssten diese Worte also auch definiert werden, um der Definition eine Grundlage zu geben. Aber, ätsch, das könnt ihr total vergessen, dass ich das für euch mache. Viel zu viel Arbeit!

    Und mensch sollte sich auch vor Augen halten, dass diese Definition nicht geschaffen wurde um einer modernen Sittenpolizei bei ihrer Arbeit zu helfen, sondern damit alle Liebenden hin und wieder prüfen können, ob bei ihrer Liebesbeziehung alles schick ist. Fehlen nur noch Handlungsmöglichkeiten, um etwas zu tun wenn festgestellt wird, dass nicht alles schick ist. Darüber schreib ich vielleicht wann anders. Oder wer anders. Oder vielleicht wurde darüber auch schon geschrieben. Oder ihr benutzt einfach euren Kopf und denkt euch selbst was aus. Au ja, macht das.

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    awareness Tricks gegen Gewalt Teil 1 oder: Warte nicht bis jemand schreit

    Neulich sah ich mal wieder so eine Situation, in der „Nein“ missachtet wurde. Es war auf der Straße, ich lief an zwei Personen vorbei und bekam Gesprächsfetzen mit. Person A sagte „Nein, ich will nicht, dass du mit zu mir kommst.“ Person B bestand darauf, mit zu A zu kommen. Sofort hatte ich den Film im Kopf, dass da gerade eine subtile Masche läuft die auf Vergewaltigung hinausläuft.

    Ein leeres Taxi fährt vorbei, A winkt es heran und steigt so ein, dass aus der Körpersprache klar wird, dass B nicht einsteigen soll. B setzt sich bildlich darüber hinweg, dass A sich so ins Taxi gesetzt hat, dass B sich nicht ohne weiteres hineinsetzen kann und klettert über A’s Schoß hinweg ins Taxi. Die Tür fällt zu.

    Am liebsten hätte ich die Taxitür aufgerissen und „Ey du Arsch, Nein heißt Nein und du steigst gefälligst aus.“ geschrien um B am Kragen zu packen und aus dem Taxi zu zerren. Getan habe ich es nicht. Stattdessen ging ich weiter, den Kopf gesenkt, die Hände in den Jackentaschen vergraben. In Gedanken noch bei der Situation. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass effektive Awareness Strategien weniger auffällig sein sollten.

    Eine gute Möglichkeit wäre es gewesen, B so lange abzulenken, bis A weglaufen oder wegfahren konnte. Das kann zum Beispiel durch dumme Fragen geschehen. „Wo ist denn Straße sowieso, wie komme ich dahin?“ Egal, ob eine bestimmte Straße gesucht wird oder nicht. Es sollte so lange nicht locker gelassen werden, bis A sich entfernen konnte.

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    Ich sprang auf und schrie

    Gegen alle gute Blogging-Gewohnheiten gibt es heute zwei Postings auf ein Mal. Ich mach jetzt nämlich hier was ich will und alle guten Gewohnheiten können mich mal liebhaben. Dies ist eine fiktive Geschichte, niemalsnicht in Wirklichkeit passiert. Jedenfalls nicht in meinem Leben. Und jetzt geht’s auch schon los:

    Ein Restaurant, wir saßen darin, hielten uns an den Händen und lächelten uns in dieser furchtbar verliebten Manier an, so wie glücklich Päarchen das halt tun. Wetten, wir gingen dem an Liebeskummer leidenden Kellner schon gewaltig auf den Keks mit unserem Geturtel? Ein Rosenverkäufer betrat das Restaurant und der Kellner schaute so langsam echt genervt „Jetzt auch noch rote Rosen, um Gottes Willen!“ dachte er sicherlich. Der Rosenverkäufer scharwenzelte um das Päarchen am Tisch nebenan und ich dachte „Sieht er denn nicht, dass sie noch nicht fest zusammen sind und alle beide in ganz schreckliche Verlegenheit bringt, weil sie doch noch gar nicht wissen, ob sie sich lieben? Er soll lieber zu uns kommen, wir wissen, dass wir uns lieben.“ Nachdem er, uns beide ausgenommen, um alle Päarchen im Restaurant scharwenzelt war und auf uns zu kam zwinkerte ich meiner Freundin zu und blickte ihn erwartungsvoll an. Er ging an uns vorbei zur Tür. Ich starrte ihn verblüfft an, sprang auf und schrie: „Verdammt noch mal, sie homophobes Arschloch, ich will meiner Freundin eine Rose kaufen!“

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    Lesbisch ist…

    Es ist möglich, monatelang über die Frage „Bin ich lesbisch?“ nachzudenken. Es ist möglich, monatelang zu keiner befriedigenden Antwort zu kommen weil die Definition „lesbisch ist, wenn Mädchen/Frauen sich immer nur in Mädchen/frauen verlieben“ nicht ausreicht oder dann ein Wort für Frauen/Mädchen die sich ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch in Frauen/Mädchen verlieben gefunden werden müsste.
    Es ist auch möglich nach monatelanger Überlegung näher an den Inhalt der Frage heranzugehen und statt „Bin ich lesbisch?“, „Was bedeutet „lesbisch“ überhaupt?“ zu fragen. Als ich mich das fragte, kam folgendes bei raus:

    Meine persönliche Das-ist-lesbisch Liste
    Lesbisch ist wenn Frauen…
    …für Frauen schwärmen.
    …Frauen hinterherschauen.
    …stundenlang eine schöne Frau beobachten können.
    …einer Frau auf den Po schauen weil der so wunderschön ist.
    …sich in Frauen verlieben.
    …sich nur in sehr feminine Männer verlieb(t)en.
    …mit Frauen tanzen wollen.
    …nicht mit Männern tanzen wollen.
    …Frauenbrüste lieben, Frauenbrüste anfassen und anknabbern wollen.
    …gern mit Frauen schlafen.
    …keine Lust haben, mit Männern zu schlafen.
    …jahrelang beim hetero-Sex verzweifelt etwas (ge)such(t/en) haben, dass sie zutiefst vermiss(t)en.
    …nach dem ersten lesbischen Sex das Gefühl hatten, dass ihnen eine neue Haut gewachsen ist.
    …die erste Frau mit der sie geschlafen haben das schönste war, was sie je angefasst haben.
    …sich nach Entdeckung des lesbisch-seins auf ganz neue Art mit ihrer bis dahin als natürlich gegeben hingenommenen Weiblichkeit beschäftigen. Oder auch nicht.
    …mit Frauen eine Beziehung führen möchten.
    …nervös sind wenn sie den Freund:inn:en ihrer Traumfrau vorgestellt werden, aus Angst sich mit ihnen nicht zu verstehen.
    …nervös sind wenn sie ihre Traumfrau ihren Freund:inn:en vorstellen, aus Angst dass sie sich gegenseitig doof finden könnten.
    …sich Gedanken darüber machen wie sie wohl die Mutter ihrer Traumfrau finden – und wie die Mutter wohl sie findet.
    …ihrer kleinen Schwester von ihrer Traumfrau vorschwärmen.

    Nachdem ich diese schöne Liste eine Zeit lang angestarrt habe, fiel mir eine Gesetzmäßigkeit dahinter auf, welche es mir möglich machte eine Definition von lesbisch abseits von „lesbisch ist wenn Frauen/Mädchen sich immer nur in Frauen/Mädchen verlieben“ zu finden. Und da sie so spektakulär neu für mich ist, kommt sie hier kursiv, fett, glitzernd, mit Schattierung, in größerer Schrift, eben einfach spektakulär:

    Lesbisch ist, als Frau/Mädchen in sexueller und romantischer Hinsicht auf die weiblichen Anteile in einer Person hingezogen und fixiert zu sein.

    Na gut, dann halt nicht fett. Fett sah doof aus. Ihr könnt sie Definition für euch persönlich auf euer spezielles -sexuell umbasteln. Sind ja schließlich nicht alle lesbisch.

    Der Titel dieses Postings ist inspiriert durch diese kitschigen „Liebe ist…“ Bildchen.

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    Winterschlaf

    Wenn ich hier bloß schreibe um zu schreiben damit viele, viele Menschen regelmäßig was zu lesen haben kommt da langfristig nichts sonderlich anspruchsvolles bei raus. Das macht euch, langfristig gesehen, keinen Spaß.
    Und mir auch nicht. Deshalb lasse ich das. Falls die eine oder der andere von euch Bescheid wissen wollt wenn ich aus meinem Winterschlaf erwacht bin und wieder schreibe dann abonniert mich. Mal sehen wie lange mein Winterschlaf dauert (hoffentlich nicht nur bis morgen, denn dann hätte ich mir diesen Post ja eeeeeecht sparen können.)

    Mit Kuss und Gruß! Bis irgendwann!

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    Küsse in der U-Bahn

    Mir fiel neulich auf, dass ich es als positiven Effekt von Homophobie ansehe, dass die meisten homosexuellen Päarchen in der U-Bahn nicht genauso ungeniert knutschen würden wie manche heterosexuelle Päarchen das tun.
    So grundsätzlich ist es nicht verkehrt sich mal zu überlegen ob anderen Menschen das vielleicht auf den Keks gehen könnte wenn man sich in ihrer Gegenwart intensivst gegenseitig die Zunge in den Hals steckt.
    Erweitern wir also „their sexuality is okay but they shoudn’t display…“ auf hemmungsloses, unästhetisches (hetero-)Geknutsche in der U-Bahn.
    Jetzt möchte ich gern noch anfügen, dass es um so schöner wäre wenn alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, aus Menschenfreundlichkeit und nicht aus Angst vor Gewalt oder anderen Formen von Homophobie, ihren Beifahrern den Anblick von Speichel und Zungen und das hübsche Geräusch von Schmatzen und Schlürfen ersparen könnten (das war gerade der anti-Homophobie, pro-Respekt Aufruf).

    So, genug rumgemoralapostelt. Jetzt füge ich noch schnell an, dass ich knutschen in der U-Bahn okay finde wenn die Schmerzgrenzen der Umstehenden nicht gefährdet werden. Egaaaaaal ob’s homo- oder hetero-Päarchen sind.

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    „Ausatmen“ – gelesen und für gut befunden

    Ey, das hier ist wahrheitsbloggen, ich hab nicht jeden zweiten Tag zu schreiben – so wie ich es mir vorgenommen habe. Zumindest habe ich nicht jeden zweiten Tag Zeit für tiefsinnige, neue Gedanken.
    Heute fiel mir eine prima Sache für diesen Fall ein: Wenn man wieder so ein Tag ist, dann greife ich einfach zu einem der Bücher die ich gelesen und für gut befunden habe. Dann erzähle ich zwar nicht ganz so detailiert was ich daran liebe, aber eigentlich bin ich darin Rezensionen zu verfassen eh ganz schön scheiße. (Irgendwann trete ich dafür den Gegenbeweis an, aber heute muss ich niemandem was beweisen. Am Wochenende, pöh, da muss ich mich ausruhen!)

    Buch des Tages: „Ausatmen“ von Staci Haines
    Für wen? Leute die sexualisierte Gewalt erlebt haben und jetzt trotzdem endlich guten Sex haben wollen.
    Was ist daran toll? Staci Haines weiß dass nicht alle Neurologen oder Psychologen sind und schreibt in einem für Laien verständlichem Stil. Das Buch ist absolut praxisorientiert. Es ist für lesbische und hetero Päarchen geschrieben. Es befasst sich sehr umfassend mit Heilung und Sex.
    Ein paar Themen die vorkommen: Sicherheit und Sicherheitsgefühl, Dissoziieren, Sexuelle Aversion (Sex scheiße finden), Sexuelle Anatomie, der sexuelle Reaktionszyklus (Wo geht’s denn hier zum Orgasmus?), Selbstbefriedigung, Einvernehmlichkeit, Partnersex, Oralsex, Penetration, mit Auslösern (Triggern) umgehen lernen, S/M, Toys, die spirituelle Seite von Sex(ualität), ein Kapitel für Partner:innen.
    Mein Lieblingssatz: Tja, ich bin noch nicht fertig mit lesen.
    ISBN? 3-929823-79-9
    Gibt’s das auch auf englisch? Ja. Unter dem Titel „The survivors guide to Sex. How to Have an Empowered Sex Life After Sexual Child Abuse“

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    Lauter pfeifen auf einer Beerdigung

    Ruhe, du dummer Spruch, in Unfrieden, und komm mir nie wieder in die Ohren. Solltest du jemals meine (zukünftige) Tochter belästigen, werde ich dich mit Schimpf und Schande aus dem Haus zurück in dein Grab jagen und meiner (zukünftigen) Tochter und meiner Nichte, ebenso wie meinen (zukünftigen) Söhnen und Neffen, ganz besonders lautes Pfeifen beibringen.

    Alle Frauen und Mädchen, alle Männer und Jungs die diesen Spruch kennen, pfeift darauf und macht bessere Reime!

    Mädchen die pfeifen und Hühnern die krähen sollte man, so schnell es geht,…

    Er soll hier das letzte Mal genannt worden sein, nun stoßen wir ihn ins Grab.

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    zukünftige (Frauen)Gesundheit

    Jippie-Yeah-Yeah, Berlin wird immer gesünder!

    Soeben erreichte mich eine Email welche zum Gründungstreffen einer queer feministischen Gesundheitsberatung in Berlin einlädt.

    1. Gründungstreffen queer feministische Gesundheitsberatung

    Liebe Leute,
    wir wollen gerne eine queer feministische Gesundheitsberatung gegen Spende gründen. Dafür suchen wir noch Leute, die Interesse haben mitzumachen!! Und laden Euch herzlich am 15.Janauar um 16uhr ein in den f.a.q.-laden in der Jonasstraße 40 zu kommen.

    zum Kuchen essen, Kaffee und Tee trinken und gemeinsam ein Konzept überlegen…..
    Wir freuen uns auf euer Kommen!!! Hurra!!

    Wir wollen eine Gesundheitsberatung starten, die eine Mischung aus Unterstützung, Beratung und Behandlung anbieten kann. Es soll einen Beratungsraum geben, in dem zu festen Zeiten oder nach Terminabsprache Beratung/ Behandlung/ Unterstützung angeboten werden kann. Das ganze soll auf Spendenbasis organisiert sein, damit der Zugang unabhängig von Status, Krankenkasse….. etc möglich sein kann.

    Es ist uns wichtig, das die Beratung/ Behandlung/ Unterstützung auf einem politischen Grundkonsens beruht, der versucht feministische Inhalte zu integrieren, wie etwa auf Basis von Parteilichkeit und Definitionsmacht, Hierarchietransparenz, kein Ausgeliefert sein, sondern möglichst genau informiert werden was passiert, nur einvernehmliche Beratung/ Behandlung/ Unterstützung, Reflexion auf der persönlichen und gesellschaftlichen Ebene, Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und anderen Gewaltverhältnissen…..

    Wir suchen Leute aus medizinischen Bereichen, Heilpraktiker_innen, Therapeut_innen, …und Unterstützungsgruppen…… die sich vorstellen können Menschen gegen Spenden zu beraten, zu unterstützen und zu behandeln und die Lust haben auf einen gemeinsamen Gruppenprozess um sich eine politische Basis zu erarbeiten.
    Mit Gruppenprozess meinen wir gemeinsame Diskussionen, Reflexion, und sich gemeinsam weiterzubilden zu Themen wie Körper, medizinische Kategorien, Kapitalismus, Sexismus, Gewaltverhältnisse tra la la wie das alles zusammenhängt und zusammenwirkt…..und Behandlungsmethoden, Umgang mit bestimmten Situationen, gegenseitig unterstützen und so weiter.

    Wenn ihr wisst dass ihr kommt, supergern auch anmelden unter:

    feminist-healing@riseup.net

    Also macht euch auf die Socken und geht hin oder spendet einen Kuchen!

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    becoming free through ending the privileged perfomance

    I am not heterosexual. I wear skirts. I have long hair. I wouldn’t cut my hair of because I know that I would loose the privilege of safety in public spaces when I would „look more lesbian“.

    I think not appearing the way the mainstream imagines a marginalised/opressed/not-mainstrem person doesn’t help us to get safety when we think about it on a long term. It doesn’t change the system. We are not opening up for more diversity (in any context) when marginalised people try to get privileges through assimilating themselfes to the mainstream. It just let’s all of us (more or less privileged people) stick to rules how we have to behave. The privileged people can’t leave their privileged performances because a heterosexual woman with short hair might be called dyke. A tender man might be called gay. A woman with black hair might be called a stupid, badly-educated Latina. So people from marginalised groups can even help privileged people to get out of their performances by showing them different lifestyles. But as long as the privileged people are afraid to loose privileges when seeming not-mainstream they won’t follow. But we actually need them to follow, to open up their own performances to obliterate the borders of standard and not-standard.

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    Outing verkehrt

    Die Familie setzt sich zu einem Gespräch zusammen, es wurde bereits angekündigt dass es um etwas sehr ernstes, ja lebenswichtiges, ginge.
    „Ich… ich muss euch was sagen… ich steh auf Mädchen.“
    „Bist du dir ganz sicher?“
    „Ja klar. Ich bin auch sooooo verliebt, sie ist in meiner Parallelklasse und sie hat blaue Augen und…“
    „Naja, also bring erst mal deine erste Freundin mit. Dann glauben wir dir das vielleicht.“
    Die Eltern wenden einander die Köpfe zu als er aus dem Zimmer geht.
    „Du, ich glaube, wir haben etwas falsch gemacht.“
    „Mh, ja, das denke ich auch. Er war ja schon immer so burschikos! Immer mit seinen Autos, und überhaupt.“
    „Wir müssen wohl zu wenig darauf geachtet haben ihm freie Entfaltung zuzugestehen.“
    „Naja, er ist ja noch so jung. Vielleicht wird er ja noch bisexuell, meint du nicht? In dem Alter, ach, da hatten wir doch auch so eine heterosexuelle Phase. Lass die Kinder doch mal ausprobieren.“

    Der Titel ist inspiriert durch die Kurzgeschichte „Kaffee verkehrt“ von Irmtraud Morgner.

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    Selbstverteidigung im Schnee

    Ich habe ein Problem. Es schneit. Auf Schnee kann ich schlecht laufen, geschweige denn wegrennen. Selbstverteidigung im Schnee ist, da ich dort wenig Halt finde, also ziemlich schwierig.
    Wegrennen ist eine blöde Strategie, weil ineffizient. Beim Zutreten lege ich mich vielleicht noch selber auf die Klappe. Andere Möglichkeiten, die mir einfallen, machen sich im Schnee auch echt doof.
    Muss ich jetzt den Winter über ein braves Mädchen sein, welches abends zuhause bleibt und fernsieht statt allein spazieren zu gehen? Nö. Will ich nicht. Deshalb habe ich beim heutigen Schneespaziergang mein Köpfchen angestrengt und bin zu folgendem Schluss gekommen: Ich setze den Schnee selber einfach zur Selbstverteidigung ein, sollte ich in die Verlegenheit kommen mich verteidigen zu müssen.
    Schnee in den Augen oder Ohren ist nämlich für jedermensch sehr unangenehm, und es gibt so Körperteile an Männern die da ganz besonders empfindlich auf Kälte reagieren.
    Also: Bange machen gilt nicht. Geh einfach mal mit deinem besten Freund raus, macht eine Schneeballschlacht und verhaut euch – zu Übungszwecken – ordentlich. Selbstverteidigung muss schließlich eingeübt werden. Und dann beweg dich, ob mit oder ohne Schnee, frei und fröhlich wo und wann du magst.

    Falls du, der du das gerade liest ein Leser und keine Leserin bist: Freu dich. Mach einen Luftsprung, denn du gehörst zu den Menschen die über Verhalten im Falle einer (angedrohten) Vergewaltigung nicht nachdenken müssen.

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    „Ich bin hetero“ heißt auch Nein

    *meeeeeeeep* (Geräusch des Rauswerf-Dingens, siehe auch den letzten Eintrag)
    Da hatte mal wieder jemand gar kein Talent! Ich spreche von zwei Schwulen/Bisexuellen die sehr penetrant einen heterosexuellen Mann anzugraben versuchten. Der heterosexuelle Typ war mit seiner Freundin unterwegs, so in Päarchen Manier mit Händchen halten und so. Klar, er hatte kein „Ich lebe heterosexuell und monogam“ T-Shirt an. Aber trotzdem hätten die beiden Süßen ja mal auf die Idee kommen können dass er hetero ist und monogam lebt. (Das ist ja bloß gesellschaftlicher Standard…) Waren sie also besonders optimistisch? Ich sage: Nein, sie waren besonders untalentiert. *meeeeeeeeep* Denn auch wenn der Angebaggerte bisexuell und polyamor wäre würden immer noch „Passivität heißt Nein“ und „Schweigen heißt Nein“ greifen. Dreifach-*meeeeeep*.

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    „Ich bin lesbisch“ heißt auch Nein

    Ich werde ab jetzt die Absurditäten sammeln die mir begegnen oder von denen ich höre. Wenn eine Lesbe einem Mann sagt dass sie lesbisch ist und er sie eine halbe Stunde später versucht anzufassen ist das doch absurd, oder?
    Manchmal hätte ich gern so ein Ding aus diesen Talentshows wo die Jury draufhaut wenn sie meint jemand hat kein Talent um die Person rauszuschmeißen…

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    wundervoll

    Viel zu lange habe ich hier nicht mehr über etwas geschrieben das sexy ist. Aber jetzt bin ich über I feel myself gestolpert. Lovely. Sexy.

    Ich bin direkt eifersüchtig auf all die schönen Frauen die da mit anderen schönen Frauen rummachen :).

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    „gestylt“

    Warum will groupon.de eigentlich dass ich toll gestylt ins neue Jahr starte? Was ist das überhaupt, „toll gestylt“? Und was ist das für mich? Und ist gestylt und gutes Aussehen für mich vielleicht ein Oxymoron? Und war die letzte Frage vielleicht rhetorisch gemeint?

    Mein Kleiderschrank ist voll. Voller schöner Sachen. Ich kann mich jeden Tag schön anziehen. Ich kann mich jeden Tag schön schminken. Ich kann jeden Tag schön sein. Wenn ich will. Ich will nicht.
    Ich will nicht „gestylt“ sein. Ich will ich sein. Das Leben besteht nicht darin hübsch zu sein. Das Leben besteht darin gelebt zu werden.

    Und warum wirbt groupon.de dann? Weil sie erfolgreich sind. Weil die Frauen kaufen. Weil sie Frauen abbilden die nicht aussehen wie die Frauen im wirklichen Leben. Weil die Frauen im wirklichen Leben nur nacheifern können, aber nicht so aussehen können. Sie können sich endlos vergleichen. Sie werden nicht so sein.
    Und ich bin froh darüber, dass sie so nicht sein werden. Modell sein macht nämlich dumm. Ich brauch keine dummen Freundinnen. Ob meine Freundinnen dick, dünn, groß, klein, weiß, schwarz, in Seide gehüllt oder in Jeans dahergeschlumpert sind – egal. Oder in Jeans daherstolziert.
    Egal, ich liebe sie dafür was sie sind und dafür wie sie ihr Leben leben.

    An all die Süßen die meinen ein neues Sylvester Outfit zu brauchen: Geht halt shoppen. Macht euch dabei ’nen fetten. Und vergesst nicht, eure Freundinnen anzuschaun – oder die echten Frauen um euch herum. Und starrt nicht zu den Modells hoch.

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    What to do with a zine?

    Ich hab jetzt mal ein bisschen die Ressourcen sortiert, sah ja schlimm aus, völlig chaotisch. Fertig bin ich natürlich noch lange nicht. Kann man überhaupt fertig werden? Mit irgendwas?

    Nun ja, gelegentlich wurde ich gefragt was man denn mit Zines macht. Ist doch klar: Lesen und wiederveröffentlichen.
    Druck es aus und schick es deinen Freunden wenn du es fertig gelesen hast. Lass es in deiner Lieblingsbar zurück. Binde es und registrier es auf bookcrossing. Sprüh die wichtigsten Thesen als Graffiti… an irgendeinem Ort wo das total legal ist (zum Beispiel an die Wand deiner WG-Küche). Schick es anonym einer Person zu die du hasst weil sie sich so beschissen benimmt. Drück den „share“ oder den „like“ Button auf facebook. Oder auf Diaspora. Diskutiere den Inhalt mit deinen Freunden. Veranstalte eine Lesung. Oder zitier daraus auf einem Poetry Slam.
    Und verrat mir per Kommentar wie das mit dem anderweitig veröffentlichen noch so aussehen kann!! :)

    Read and re-publish!

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    umwerfend

    Anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen fiel ich heute beim Gespräch mit meiner Frauenärztin über meinen weiteren Gesundungsprozess um. Sternchen vor den Augen, Übelkeit – und plötzlich war der Boden so nah. Zum Glück konnte sie mich noch auf eine Liege befördern.

    /Ironie an/ Dankeschön an die Gesellschaft und an die Menschen die mir den täglichen Kampf darum endlich gesund zu werden bereitet haben. /Ironie aus/

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    zurücklehnen

    Gestern lud ich das Herzstück meines WirliebenKonsens-Blogs hoch. Heute morgen machte sich ein angenehmes Gefühl in mir breit: Zufriedenheit und Entspannung. Endlich habe ich das erledigt. Ich kann mich zurücklehnen. Ich habe nicht mehr das Gefühl ewig diskutieren zu müssen. Ich kann Leuten einfach einen Flyer in die Hand drücken und sagen: Schau, hier sind die neuen Spielregeln.

    Natürlich bin ich immer noch Feministin. Natürlich ist die Welt jetzt nicht rosarot. Natürlich gibt es noch Gewalt. Natürlich ist noch verdammt viel zu tun. Aber ich habe etwas wichtiges getan, muss mich selbst nicht mehr ganz so sehr in die Pflicht nehmen. Zeit dafür endlich die Pflanzen winterfest zu machen, was fertig zu stricken, mich zu verlieben. <3 (:

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    „Sie hat angefangen!“

    Neulich machte ich mal wieder den Fehler mir Kommentare zu einem Online-Artikel durchzulesen in dem das F-Wort (Feminismus) fiel. Das war keine gute Idee. Es wurden dort die Ergebnisse einer Studie – also einer empirischen, „objektiven“, erwachsenen Angelegenheit – diskutiert. Die Studie befasst sich damit welches Geschlecht welche Art von Gewalt wie oft ausübt. Es ging in den Kommentaren es zu wie im Kindergarten: Die Leser haben versucht jeweils dem anderem Geschlecht die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Frauen fanden tendenziell die von Männern ausgeübte Gewalt schlimmer, die Männer fanden es um so schlimmer dass die Frauen das schlimmer fanden und mussten demzufolge betonen dass von Frauen ausgeübte Gewalt genauso schlimm wenn nicht sogar schlimmer weil xyz.
    Es erinnert so ein bisschen an die Szene im Hort oder Kindergarten:
    „Wer war das?“ „Sie!“ „Nein er!“ „Sie hat angefangen!“
    Ist es nicht egal wer angefangen hat?
    Ist es auch nicht egal wer weitergemacht hat?
    Wenn sie ihn schubst und er sie haut dann sind beide Schuld. Und Punkt. Sie ist Schuld daran geschubst zu haben und er ist Schuld daran sie gehauen zu haben. „Wer hat angefangen?“ zählt nicht. Viel wichtiger ist doch: „Wer hört jetzt – endlich – damit auf?“

    Allen Menschen die heute noch nicht genug gelesen haben, die gerne differenziert denken und sich wünschen dass alle Menschen Verantwortung für ihre Taten übernehmen und daraus lernen, allen die möchten dass statt „Sie hat angefangen!“ endlich „Wir hören jetzt auf mit der Scheiße!“ gesagt wird empfehle ich das Zine transformative Hilfe.
    Darin geht es darum wie mit intimer Gewalt (also Gewalt zwischen Menschen die eine feste platonische/romantische/sexuelle Beziehung führen) umgegangen werden kann ohne dass das simple Täter-Opfer-Schema verwendet wird und di:e:r Täter:in ab jetzt der Arsch und das Opfer das Engelchen sind.

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    Slut Conspiracy

    Die Slut Conspiracy ist los. Total super, ich kenn ein paar von den Mädels und muss sagen ich halte das was sie machen für echt sinnvoll. Also wenn dich als weiblich oder trans* definierst und du in Berlin mal über Sex und alles was dich in dem Zusammenhang bewegt reden möchtest dann komm zum Slut Conspiracy Treffen! (Wenn du männlich bist dann mach einfach dein eigenes Treffen auf. :))

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    Meine Definition der Begriffe „Macht“ und „Gewalt“

    Ich möchte gerne festhalten was ich unter den Begriffen „Macht“ und „Gewalt“ verstehe. Ich tue das nicht um eine Diskussion darüber zu entfesseln (Diskussionen machen nur Sinn wenn verschiedene, noch formbare, Meinungen aufeinander treffen und meine Meinung diesbezüglich ist nicht formbar). Es geht mir vielmehr darum dass Menschen mit denen ich diskutiere wissen wovon ich spreche wenn ich die Worte „Macht“ oder „Gewalt“ in den Mund nehme.

    Macht ist das Potential die eigenen Interessen (Bedürfnisse, Wünsche, Ziele, …) durchzusetzen. Gewalt liegt meines Erachtens nach vor wenn Macht dazu genutzt wird anderen ihre Macht zu entziehen.

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    Gesellschaftskummer

    Was für ein wunderbares Wort da entstand beim Telefonat mit einem Freund! Wir unterhielten uns darüber wie schwer das Leben in einer Gesellschaft, die so wenig die unsere ist, für uns beide ist. Irgendwann war’s dann raus: Wir beide leiden an akutem Gesellschaftskummer! Wer hat den nicht?

    Da hilft nur eins: Wir müssen nicht akzeptieren was uns überhaupt nicht passt. Es ist nicht deine Schuld dass die Welt so ist wie sie ist – es wäre nur unsere Schuld wenn sie so bleibt wie sie ist!

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    Silhouettenkorrektur

    Wie gerne nähme ich doch beim Anblick der Damen auf den Plakaten in meiner Stadt den Pinsel zur Hand und verschönerte sie ein wenig… ein klein bisschen Stoff auf ihre nackte Haut – sonst müssen sie noch frieren. Natürlich würde ich ihnen wunderschöne, bequeme Kleidung anmalen. Ausladende, geschwungene Rollkragenkleider die ihre Kurven betonen. Doch, oh Schreck, ihre Kurven sind ja weg. Denn die Meschen der Schönheitskorrektur dachten Kurven möchte keiner sehen und malten sie weg – doch nun, nun werden sie wieder kuschelig weich, kriegen Busen und Po, Taille und Hüfte… statt Streichhölzer stehen zu lassen male ich ihnen Arme. Denn die Armen – was sollen sie ohne Arme tun? Wir wollen doch nicht dass sie zerbrächen, wie schrecklich, nein.
    Oh, und nach dieser wundervollen Silhouettenkorrektur werden ich ihnen schmeichelden Samt, zärteste Seide und wärmenden Kaschmir anmalen.

    Hoffentlich werden sie dann noch ein bisschen wärmer lächeln – und mir heimlich Kussmünder zuwerfen wenn ich an ihnen vorbeigehe und sie bewundere. Diese – dann – so wunderschönen Weibsbilder… das wird mir ein Vergnügen sein!

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    Stört die Liebe nicht

    Ein schönes kleines Mantra für alle Ungeduldigen und Sehnsüchtigen:

    Stört die Liebe nicht, und weckt sie nicht auf, bis es ihr selbst gefällt.
    (Aus der Bibel: Hohelied, Kapitel 2, Vers 7)

    Das Hohelied ist übrigens „das erotischste Buch der Bibel“ und soweit ich die Bibel bisher gelesen habe stimme ich dem zu. Pornografisch ist es sicherlich nicht, nach expliziten Sexszenen suchen braucht ihr darin nicht, wen aber eine eher ungewohnte Art des gegenseitigen Werbens interessiert kann ja mal reinschauen.

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    Ich liebe Konsens

    Der schönen Regelmäßigkeit wegen muss ich heute noch bloggen. Uff, ich bin müde, die Sonne ist schon wieder weg und meine Notizen sind gerade nicht zur Hand.
    Gut, dann mache ich jetzt einfach Werbung für das Projekt dass ich im Moment am laufen habe: das Zustimmungskonzept zu verbreiten. Ich bin ja die absolute Zustimmungskonzept-Freakin. Alle Leute sollten immer nach Konsens suchen wenn es sexy wird… finde ich!

    Deshalb habe ich eine neue lovely Internetseite WIR LIEBEN KONSENS gegründet.
    Ihr findet dort: Ressourcen, Links und Ideen zum mitmachen. Und viele, viele Geschichten die erzählen wie man Konsens umsetzen kann. Ich freu mich auf euch… und auf euer Lob und eure konstruktive Kritik!

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