Outing verkehrt

Die Familie setzt sich zu einem Gespräch zusammen, es wurde bereits angekündigt dass es um etwas sehr ernstes, ja lebenswichtiges, ginge.
„Ich… ich muss euch was sagen… ich steh auf Mädchen.“
„Bist du dir ganz sicher?“
„Ja klar. Ich bin auch sooooo verliebt, sie ist in meiner Parallelklasse und sie hat blaue Augen und…“
„Naja, also bring erst mal deine erste Freundin mit. Dann glauben wir dir das vielleicht.“
Die Eltern wenden einander die Köpfe zu als er aus dem Zimmer geht.
„Du, ich glaube, wir haben etwas falsch gemacht.“
„Mh, ja, das denke ich auch. Er war ja schon immer so burschikos! Immer mit seinen Autos, und überhaupt.“
„Wir müssen wohl zu wenig darauf geachtet haben ihm freie Entfaltung zuzugestehen.“
„Naja, er ist ja noch so jung. Vielleicht wird er ja noch bisexuell, meint du nicht? In dem Alter, ach, da hatten wir doch auch so eine heterosexuelle Phase. Lass die Kinder doch mal ausprobieren.“

Der Titel ist inspiriert durch die Kurzgeschichte „Kaffee verkehrt“ von Irmtraud Morgner.

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