awareness Tricks gegen Gewalt Teil 1 oder: Warte nicht bis jemand schreit

Neulich sah ich mal wieder so eine Situation, in der „Nein“ missachtet wurde. Es war auf der Straße, ich lief an zwei Personen vorbei und bekam Gesprächsfetzen mit. Person A sagte „Nein, ich will nicht, dass du mit zu mir kommst.“ Person B bestand darauf, mit zu A zu kommen. Sofort hatte ich den Film im Kopf, dass da gerade eine subtile Masche läuft die auf Vergewaltigung hinausläuft.

Ein leeres Taxi fährt vorbei, A winkt es heran und steigt so ein, dass aus der Körpersprache klar wird, dass B nicht einsteigen soll. B setzt sich bildlich darüber hinweg, dass A sich so ins Taxi gesetzt hat, dass B sich nicht ohne weiteres hineinsetzen kann und klettert über A’s Schoß hinweg ins Taxi. Die Tür fällt zu.

Am liebsten hätte ich die Taxitür aufgerissen und „Ey du Arsch, Nein heißt Nein und du steigst gefälligst aus.“ geschrien um B am Kragen zu packen und aus dem Taxi zu zerren. Getan habe ich es nicht. Stattdessen ging ich weiter, den Kopf gesenkt, die Hände in den Jackentaschen vergraben. In Gedanken noch bei der Situation. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass effektive Awareness Strategien weniger auffällig sein sollten.

Eine gute Möglichkeit wäre es gewesen, B so lange abzulenken, bis A weglaufen oder wegfahren konnte. Das kann zum Beispiel durch dumme Fragen geschehen. „Wo ist denn Straße sowieso, wie komme ich dahin?“ Egal, ob eine bestimmte Straße gesucht wird oder nicht. Es sollte so lange nicht locker gelassen werden, bis A sich entfernen konnte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter auf deutsch geschrieben abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu awareness Tricks gegen Gewalt Teil 1 oder: Warte nicht bis jemand schreit

  1. Lucia schreibt:

    Hm, seltsames Verhalten von A – Sie hätte ja wieder aussteigen können und hätte B sie daran gehindert, hätte wohl der Taxifahrer was auch immer gemacht.

    LG,
    Lucia

    • Ich finde das gar nicht seltsam, es ist mir vielmehr von mir selbst bekannt: Nach außen hin so tun als ob alles okay wäre um sich nicht verletzlich zu zeigen und gleichzeitig zu versuchen die problematische Person loszuwerden um nicht verletzt zu werden.
      Ob Taxifahrer so besonders besorgt um die körperliche und geistige Gesundheit ihrer Mitfahrenden besorgt sind und entsprechend handeln wage ich zu bezweifeln. Nicht mal Polizisten kümmern sich darum wie es Menschen die sexualisierte Gewalt erlebt haben geht, warum also sollten Taxifahrer entsprechend präventiv handeln? Wir alle leben doch in einer Gesellschaft in der Gewalt lieber negiert wird als dagegen gearbeitet wird.

      • Lucia schreibt:

        Das stimmt schon, aber Taxfahrer reagieren empfindlich auf Agressionen, weil er mit in dem Innerraum sitzt.

        Liebe Grüße,
        Lucia

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s