Philosophinnendelikt // meine Definition von „Sexismus“

Wer nur meine Definition des Begriffs „Sexismus“ wissen möchte, lese die fett markierte Definition und überspringe den Rest.

Um mich in Sachen verinnerlichter Rassismus weiterzubilden, griff ich zu dem Buch „Am Ende der Weißheit“ (Originaltitel „Hoe zit het nou met wit“) von Lida van den Broek. Das erste Kapitel „Die versunkene Geschichte“ war für mich sehr interessant und aufschlussreich da mehrere Theorien und Thesen aufgezeigt werden, die mir bisher unbekannt waren. Das nächste Kapitel, „Die Theorie der gesellschaftlichen Unterdrückung“, ließ mir jedoch die Haare zu Berge stehen. Die Autorin definiert mehrere Begriffe, unter anderem Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Schon mit den ersten beiden Definitionen war ich nicht einverstanden, habe sie jedoch einfach überlesen und mir meinen Teil dazu gedacht. Mit Rassismus und Antisemitismus fühle ich mich so wenig konfrotiert, dass es für mich nicht besonders schlimm war eine derart undifferenzierte und irreführende Definition zu lesen. Wirklich schrecklich fand ich es dann, die Definition von Sexismus zu lesen.
Denn Lida van den Broek definiert Sexismus in diesem Buch als „die Unterdrückung von Frauen.“ Kein Witz, da steht allen ernstes „Sexismus ist die Unterdrückung von Frauen.“ AUA! AUA! AUA! Das ist so eindimensional gedacht und verkehrt, dass ich mich nicht in der Lage fühlte, es stehen zu lassen. Also zückte ich als Definitionsmacherin schnell die schärfte Waffe der Welt, den Bleistift.
Nun steht in der von mir gelesenen Ausgabe: „Sexismus ist die Unterdrückung der Frau. ist, wenn Menschen aufgrund ihres biologischen Geschlechts Eigenschaften zugeschrieben werden. Daraus folgt eine Bewertung des Individuums anhand von Übereinstimmungen und Diskrepanzen der tatsächlichen Persönlichkeit und Lebensweise mit den Eigenschaften die dem biologischen Geschlecht zugeordnet werden. Dies kann zu positiver oder negativer Diskriminierung führen.“
Sicherlich ist das Durchstreichen und Eintragen von Notizen Sachbeschädigung, aber meines Erachtens nach ist sie dermaßen geringfügig, dass man sie als Kavaliers- oder vielmehr Philosoph:inn:endelikt durchgehen lassen kann.

Um der Autorin nicht einfach nur die Kritik an ihrer Definition von Sexismus vorzuwerfen muss ich anmerken, dass sie im Anschluss an die Definition eine vorzügliche Analyse und Beschreibung konservativer kapitalistischer Ausbeutung von Frauen liefert. Ich werde die weiteren Definitionen wohl überspringen und mich gleich dem restlichen Teil des Buchs zuwenden. Für die Erkenntnis, dass die alten Griechen gar nicht so besonders originell, fortschrittlich und die Wiege der Zivilisation waren, sondern einfach bei Afrikanern abgekupfert haben, bin ich ihr auf jeden Fall sehr dankbar. Das ist ein bemerkenswert neues Korretiv für meinen Blick auf europäische und afrikanische Kulturen.
Zum Thema zitieren: Da die Philosophin bisher nicht zur wissenschaftlich korrekten Art zu zitieren gekommen ist, muss die wissenschaftliche Art zu zitieren wohl zur Philosophin kommen. Wer also die Hände überm Kopf zusammengeschlagen hat aufgrund der unpräzisen Art mit der ich zitiere möge mir erklären wie es wissenschaftlich korrekt zugeht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter auf deutsch geschrieben, feministisches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s