XX und XY // geschlechtersensible Sprache

Es gibt da ja so eine ganze Menge verschiedener Geschlechter. Ich kenne zum Beispiel Butches, Trans*männer, Femmes, Männer, Frauen, Tomboys und noch ganz viele andere, die nicht wissen, wie sie sich nennen sollen.

Ein paar von den Frauen die ich kenne sehen so aus, als hätten sie zwei X Chromosomen. Und ein paar von den Männern die ich kenne sehen für mich so aus, als hätten sie ein X und ein Y Chromosom. Aber ansonsten wurde da ganz lustig bunt gewürfelt, wer welche Chromosomen hat.

Trotzdem wurde ja ein ganz komischer Sprachgebrauch entwickelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch geht das im Moment, wie euch bestimmt schon aufgefallen ist, so: Menschen mit zwei X-Chromosomen = Frauen. Menschen mit einem X- und einem Y-Chromosom = Männer. Das finde ich restriktiv und daher nervig. Deshalb rede ich von Menschen mit XX- oder XY-Chromosomen, wenn ich sie meine. Ich verwende „Männer“ oder „Frauen“ nicht synonym dazu. Das ist halt was anderes.

Für mich ist das eine Möglichkeit, sexistischen Denkweisen zu entgehen.

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17 Antworten zu XX und XY // geschlechtersensible Sprache

  1. Nicole schreibt:

    Aber woher weißt du, wer welche Chromosomen hat? Ich weiß das ja noch nicht mal bei mir selbst genau.

  2. sibylle schreibt:

    Es gibt da ja so eine ganze Menge verschiedener Geschlechter. Ich kenne zum Beispiel Butches

    wenn butch ein geschkecht ist, dann wäre das geschlecht etwas zum anziehen.

    Deshalb rede ich von Menschen mit XX- oder XY-Chromosomen

    aber woher willst du wissen, wer welche chromosomen hat?

    Aber ansonsten wurde da ganz lustig bunt gewürfelt, wer welche Chromosomen hat.

    das klingt spannend. es gibt ja nun, soweit ich weiß XX und XY und einige anomalien. was genau meinst du mit „bunt gewürfelt“? gibts auch XYZ oder so?

    • wenn butch ein geschkecht ist, dann wäre das geschlecht etwas zum anziehen.

      Wer keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten! Alle genannten Begriffe sind geschlechtliche Identitäten. Wenn dir das nicht passt, dein Pech, aber ich werde ganz bestimmt nicht die Selbstdefinitionen der geschlechtlichen Identität von Menschen mit denen ich zu tun habe aufgrund eines Leser_innen-Kommentars anzweifeln.

      was genau meinst du mit „bunt gewürfelt“?

      Ich meine, dass Menschen mit männlichen/maskulinen Geschlechtern nicht automatisch mit XY-Chromosomen rumlaufen (bzw. die phänotypische Ausprägung haben, die dem meistens entspräche) und dass Menschen weiblichen/femininen Geschlechtern nicht automatisch mit xx-Chromosomensatz unterwegs sind. Das wohl klassischste Beispiel sind dafür Transsexuelle.

  3. André schreibt:

    Also wenn du mit so unscharfen Zuordnungen wie „sehen so aus, als hätten sie“ operierst, würde ich das mit der chromosomalen Ausstattung gar nicht erst bemühen. Zumal vermutlich kaum einer von uns seinen genauen Karyotyp kennt. Außerdem gibt es sowohl Menschen mit XX und männlichem Phänotyp (XX-Mann) als auch Menschen mit XY und weiblichem Phänotyp (XY-Frau). Eigentlich dachte ich, man macht Mann und Frau erstmal am sichtbaren Phänotyp fest.

  4. @ Alle: Ich weiß bei niemandem so genau, was für Chromosomensätze da jede_r Einzelne so hat. Ich arbeite nur mit der Vermutung, die sich mir aufgrund des Phänotyps aufdrängt. Genauso wie alle anderen, die von „Männern = die mit dem Penis = die mit XY“ ausgehen _ohne_ zu fragen: Bist du ein Mann? Hast du einen Penis? Hast du XY-Chromosomen?
    Ich versuche es mit einer nicht perfekten Trennung von Sex und Gender. Hat hier irgendwer bessere Ideen?

  5. Angelika schreibt:

    ne bessere idee habe ich auch nicht ;) wobei ich nach dem gehe, wie mensch sich selbst „präsentiert“. und ansonsten frage ich einfach mal, was mensch denn will.
    und im deutschen wird m.E. leider immer noch viel zu oft das generische maskulinum für alles verwendet – also zur sichbarkeit von frau im deutschen ist ebend m.E. auch die sichtbarmachung i.d. sprache wichtig.

    sensibilisert hat mich u.a. Luise F. Pusch, deren bücher ich immer wieder lese (und ihren blog) und die begegnungen mit vielen verschiedenen menschen – und das geht bei mir ja weiter, bleibt also „fluide“.
    ausserdem finde ich das zitat vom sexgenderbody-blog ganz gut – englisch : „i define my sex, gender, body – you define yours“

  6. Sibylle schreibt:

    Alle genannten Begriffe sind geschlechtliche Identitäten

    nein, butch ist eine sexuelle ausrichtung und eine rolle. und wenn dir das nicht passt, pech gehabt. „selbstdefinitionen“ kann jeder halten, wie er mag. definitionen sind allerdings keine privatangelegenheit. und „butch“ ist folgendes:

    „Unter Butch und Femme wird eine Rollenverteilung in lesbischen Beziehungen verstanden. Sie ist oft durch Kleidung, Haarschnitt und Verhaltensweisen der Frauen gekennzeichnet.“ quelle: wikipedia.

    das bedeutet: butch und femme sind frauen mit bestimmter kleidung, frisur etc.: also frauen.

    • [ERSTE VERWARNUNG AN SIBYLLE: Bereits zwei respektlose Kommentare. Ein weiterer respektloser Kommentar und du fliegst dich selber raus. Weitere sexistische Kackscheiße á la „Butches = Frauen“ oder „Femmes = Frauen“ und jegliche andere sexistische Kackscheiße dulde ich nicht. Für den Fall, dass du weiterhin mit diskutieren möchtest, halte dich an die Netiquette!]

      Als was definierst du dich denn? Also, welches Geschlecht hast du? Falls du eine Butch bist, dann haben wir eine etwas andere Diskussionsgrundlage. Wenn du keine Butch bist, dann würde ich dir empfehlen, ein wenig die Lauscher aufzusperren und dich auf neue Informationen gefasst zu machen.

      nein, butch ist eine sexuelle ausrichtung und eine rolle.

      „Butch“ ist in erster Linie eine Selbstbezeichnung die von allen Butches auf unterschiedliche Art ausgefüllt wird. Das kann verschiedenes sein, unter anderem die Beschreibung einer sexuellen Ausrichtung als auch die Beschreibung einer Rolle. Genausogut aber auch eine Identität. Diese Identität kann sowohl eine geschlechtliche Identität sein (dann ist die_der Butch nicht „Frau“ oder irgendein anderes Geschlecht sondern „Butch“). Die Identität muss aber nicht zwangläufig die geschlechtliche Identität sein. Dann ist der_die Butch „Frau“, „Mann“, „Trans*mann“ oder irgend ein anderes Geschlecht. Es gibt genauso auch Butches, die sich selbst gar kein Geschlecht zuordnen als auch welche die sich selbst mehreren Geschlechtern zuordnen.

      definitionen sind allerdings keine privatangelegenheit.

      Doch. „i define my sex, gender, body – you define yours“
      So sieht’s aus in der queeren Welt. Wir haben es einfach nicht nötig, uns von anderen erklären zu lassen, wer wir sind. Genauso wie wir es nicht nötig haben (sollten), anderen zu erklären, wir sie sind. Und wenn dir das nicht passt, dein Pech.

      quelle: wikipedia.

      Entschuldige mal, aber das ist doch lächerlich! Wikipedia als Quelle heranzuziehen. Wikipedia erfüllt nicht die banalsten antisexistischen Kriterien. Wenn du dich über das Thema Butch tatsächlich informieren möchtest, dann zieh dir mal die hier genannten Quellen rein.

      das bedeutet: butch und femme sind frauen mit bestimmter kleidung, frisur etc.: also frauen.

      Sexistische Kackscheiße! Ach ja, falls du noch nicht weißt, was Sexismus ist:
      Sexismus ist, wenn Menschen aufgrund ihres biologischen Geschlechts Eigenschaften zugeschrieben werden.

  7. Angelika schreibt:

    öhm du wolltest meinungen ?!
    das „amen“ verstehe ich nicht (bin u.a. atheistin)

    have fun ;)

  8. Mense schreibt:

    Also ich glaube die Biologie kann zu dieser Diskussion nicht soviel beisteuern. Bei Säugetieren wird das Geschlecht gonosomal bestimmt. Das heißt durch die Geschlechtschromosomen X und Y. Befindet sich im Spermium ein X-Chromosom so werden die weiblichen Geschlechtsmerkmale ausgeprägt und ansonsten bei einem Y-Chromosom die männlichen Merkmale inclusive der spezifischen Hormone.
    Dank der Lyon-Hypothese kann man durch Barrkörperchen den Genotyp feststellen, da bei weiblichen Individuen eines der beiden X-Chromosomen inaktiviert wird und dann als Barrkörperchen sichtbar in der Zelle gemacht werden kann.
    Soviel zur Biologie.
    Der Sexualforscher Magnus Hirschfeld plädierte ja für ein drittes Geschlecht, die Bundesregierung kam dem nicht nach.
    Intersexualität ist ein Sammelbegriff, unter dem viele zwischengeschlechtliche Erscheinungsformen zusammengefasst werden, oft auch als Zwitter oder Hermaphroditen bezeichnet, da sie sowohl weibliche als auch männliche Ablagen zeigen.Die Zahlen gehen je nach Studie weit auseinander. Für Deutschland kenne ich Zahlen von 16 000 bis 800 000 Betroffenen, was ja immerhin 1% bedeuten würde.Also jeder 100ste hätte Geschlechtschromosomen die nicht mit den inneren und äußeren Geschlechtsorganen und der damit verbundenen Hormonproduktion übereinstimmen würden. Die Intersexualität sollte man nicht mit der Transsexualität gleichsetzen, da Transsexuelle eindeutige Geschlechtsmerkmale haben, sich aber von ihrer Identität dem anderen Geschlecht zuordnen. Das zeigt die Grenzen der Biologie auf, da es sich bei dieser Problematik mehr um soziale und psychische Aspekte dreht. Ich hoffe ich konnte etwas Klärung beisteuern.Mense

  9. André schreibt:

    Also ich kann dich dahingehend bestätigen, dass es ist mit Hinblick auf verschiedene (genannte und nicht-genannte) biologische Abweichungen vom XX/Frau- und XY/Mann-Standardtyp, durchaus berechtigt ist, die Chromosomenausstattung vom Phänotyp Mann bzw. Frau zu trennen. Ehrlich gesagt, hatte ich bis jetzt in nicht-wissenschaftlichen Kontexten allerdings nie das Problem, mit jemand über seine oder ihre Chromosomen zu diskutieren.

    Die Koppelung der Begriffe Mann und Frau an den Besitz primärer und/oder sekundärer Geschlechtsmerkmale ist allerdings sehr stark. In der Natur kommen außer Formen von Intersexualität keine „anderen“ Geschlechtsmerkmale vor. Das heißt, von operativen Eingriffen mal abgesehen, lassen sich äußerlich alle Individuen irgendwo auf dieser Skala verorten. Da man den Phänotyp oft genug aber nicht voll in Augenschein nehmen kann bzw. das Erscheinungsbild auch täuschen kann, ist Selbstauskunft eigentlich der beste Weg. Und bei Assoziationen, die sich erstmal nur in deinen Gedanken abspielen, kannst du es dir beliebig schwer machen. Manchen genügt: „Dit is’n Mann!“, „Dit is’ne Frau!“ und „Wat bist du denn?“ und andere haben diffizilere Konzepte, wie die von dir genannten.

    Geht man nochmal auf eine höhere Betrachtungsebene ist eigentlich auch nicht der Phänotyp entscheidend sondern die Funktion des Geschlechts. Der Phänotyp ist lediglich die Anpassung an diese Funktion. Die Grundunterscheidung hier ist eigentlich, wer bringt die Eizelle ein. Wäre die biologischen Verhältnisse also so, dass nach dem Geschlechtsverkehr die befruchtete weibliche Eizelle im Mann landet und er die Schwangerschaft durchmacht und das Kind zur Welt bringt, hätte immer noch die Frau, die Funktion einer Frau, weil von ihr die Eizelle stammt. Zugegeben solche Verhältnisse wären eine absolute Ausnahme unter den Säugetieren und die funktionelle Definition wird vielleicht auch nicht jeder teilen.

    Will sagen, die Biologie ist ganz gut, um sich mal von Vorurteilen frei zu machen, was sich so alles streng diskret beschreiben lässt, aber der Überbau dessen, was wir heute so als das Konzept „Mann“ und „Frau“ beschreiben, hat sich schon lange vom biologischen Kontext verselbstständigt.

  10. michaeleriksson schreibt:

    Selbstverständlich soll jeder das Recht haben, sich so zu betrachten, wie es ihm gefällt. Jedoch darf das nicht mit einer Zweckentfremdung von bestehenden Wörtern mit einer klaren Bedeutung geschehen, sondern durch das einführen von neuen, passenden Wörtern.

    [EDIT: gelöschter Abschnitt]

    • Ich denke welches Wort wofür im Endeffekt das richtige ist, wird sich im weiteren Verlauf antisexistischer und/oder queerfeministischer Diskurse herausstellen.
      Mir ist inzwischen in der Tat aufgefallen, dass es ein wenig umständlich ist, dass ich im Moment nicht das Wort Gender sondern Geschlecht benutzt habe. Andererseits denke ich, dass ein tatsächliches Ende des Sexismus verursachen würde, dass Geschlecht als etwas ausschließlich soziales betrachtet wird, d.h. als das angesehen würde, wofür in den aktuellen Diskursen meist „Gender“ benutzt wird. Daher würden dann vermutlich die beiden Begriffe (Gender und Geschlecht) Synonym sein.
      Aber ich habe keine Kristallkugel, kann also auch ganz anders verlaufen.

    • [ERSTE VERWARNUNG AN MICHAELERKSSON: Bitte an die Nettiquette halten und Sexismus zu Hause lassen, danke! anderfalls fliegst du dich bzw. deine Kommentare selber raus.]

      Zweckentfremdung von bestehenden Wörtern

      Sprache unterliegt einem permanentem Wandel, daher ist es unsinnig zu verlangen, dass die gleichen Worte in der immer gleichen Weise benutzt werden. Noch Mal das Stichwort „Diskurse“.
      Ich verbitte mir aber weitere Diskussionen zu dem Thema, da ich keine Fachfrau bin. Ich denke es wäre sinnvoll, dich hierbei an eine_n antisexistische_n Liguisti_en zu wenden.

  11. GwenDragon schreibt:

    Wer behauptet nur Karyotyp XX sei Frau, beleidigt alle anderen Frauen, die phänotypisch, organisch, sozial weiblich sind.
    Es gibt Chromosomensätze, die trotz aller Vorurteile und Laiengenetikwissen Weibliche (vulgo Frauen) erzeugen.
    Es gibt XY-Frauen, die sind nämlich keine „trans* Männer“ (Trans* ist ein grauenvolles Wort!) , biologisch weiblich, Frauen!
    Es gibt X0-Frauen, die sind weiblich, Frauen.
    Es gibt XX,XY-Mosaik-Frauen, die sind weiblich, Frauen.

    Menschen nach ihren Karyotyp 46,X einzuteilen, ist nach Meinung von Genetikern und Ärzten richtig. Individuell gesehen, ist das für mich aber spezieller Rassismus, Sexismus.

    • Hallo GwenDragon,
      Mensch, mit deinem Kommentar hast du mir ja mal einen uralt-Inhalt rausgekramt. Danke dafür! Ich finde es ganz schön schwierig, eine Menge ins Netz gestellt zu haben und inzwischen gar nicht mehr so genau zu wissen, was überhaupt.

      Allerdings verstehe ich nicht, warum du deinen Kommentar als Einwand formulierst, da wir inhaltlich teilweise einer Meinung sind. So schrieb ich doch: „Im allgemeinen Sprachgebrauch geht das im Moment, wie euch bestimmt schon aufgefallen ist, so: Menschen mit zwei X-Chromosomen = Frauen. Menschen mit einem X- und einem Y-Chromosom = Männer. Das finde ich restriktiv und daher nervig.“ Heute würde ich sagen: Das ist genitalistisch. (Auch, wenn ich mit dem Wort nicht zu 100% einverstanden bin.)
      Weil ich eine sprachliche Unterscheidung zwischen Frauen und Menschen, die als weiblich klassifizierte Geschlechtsmerkmale haben, machen wollte, bin ich auf XX’s gekommen. Das ist kürzer als „Menschen mit Gebärmutter“ z.B.. Nach wie vor gilt: “ Ich verwende “Männer” oder “Frauen” nicht synonym dazu.“

      Dass es unterschiedliche Karyotypen gibt, die als weiblich klassifizierte Geschlechtsmerkmale hervorrufen, hatte ich damals nicht auf dem Schirm, obwohl wir das in Biologie durchgenommen hatten.

      Ich möchte dich bitten, bezüglich Diskriminierungsformen klar zu unterscheiden bzw. nicht zu vermischen. Rassismus=Rassismus. Sexismus=Sexismus. Mir erschien deine Formulierung so, dass du noch ein mal betonen möchtest, wie schlimm Sexismus ist. Das ist legitim, aber Diskriminierungen zu hierachisieren um zu zeigen wie schlimm etwas ist, finde ich unangebracht.

      Grüße,
      tuc.

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